Der grüne Tee ist in der Zubereitung der empfindlichste unter den
diversen Kameliengewächsen. Kochend heiß überbrüht kann er seine
intensiven Aromen nicht entfalten und wird auch Katechine (Bitterstoffe) maximal lösen. Bei
Temperaturen von 60° bis 85° C kann er allerdings seine eleganten
Geschmacksstrukturen voll auf der Zunge spielen lassen. Bei diesen etwas
niedrigeren Temperaturen werden die Katechine, zumindest für uns
Nicht-Teataster, nicht mehr nennenswert gelöst. Jetzt
wird man erst erleben, warum japanischer Grüntee von leicht algig,
manchmal fischig bis heuig-grasig schmecken kann. Die chinesischen
grünen Tees hingegen vertragen, im Gegensatz eben zu japanischen, den
etwas heißeren Aufguss zwischen 75° und 85° und zeigen hier
Geschmacksnoten von leicht nussig bis zu herb-würzig.
Grüne Tees vertragen sich hervorragend zum Essen, weil sie
magenfreundliche Gerbstoffe besser freisetzen als beispielsweise
schwarzer Tee. Bitten Sie jedoch auch den Besitzer ihres
Lieblings-Sushi- oder China-Restaurants den Tee aus der Teekanne zu
entfernen, egal ob reiner Grüntee oder Jasmintee : Es gibt KEINEN Grund
den Tee in der Kanne zu belassen. Man muß es ganz klar sagen, dass das
keine kulturelle Art des Aufgusses ist, sondern reine Faulheit des
Personals. Also raus aus der Kanne, entweder die Teeblätter werden
entfernt oder der Tee wird unweigerlich bitter schmecken.
Mein Tip:
Falls Sie keinen digitalen Wasserkocher besitzen, können Sie Ihren
Lieblingsgrüntee mit diversen Methoden auf die richtige Temperatur
bringen. Öffnen Sie Ihren Wasserkocher und lassen Sie das Wasser ca. 5-6
Minuten an der Luft abkühlen. Die erreichte Temp. beträgt dann etwa 80°.
Sie können allerdings auch kaltes Wasser in den Kocher geben , je nach
Menge etwa im Verhältnis 1 zu 4. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen
benutzen Sie ein Wasserthermometer und genießen Sie dadurch Ihren Tee
optimal.
Egal wie Sie es geschafft haben, viel Spaß beim Genuss..









