In diesem Video erklärt Dr. Tea, woher die verschiedenen Teesorten und Teeaufgussgetränke kommen:
In diesem Video erklärt Dr. Tea, woher die verschiedenen Teesorten und Teeaufgussgetränke kommen:
Nach Kurzurlaub und einem ätzendem Virus geht es heute endlich in einem neuen Beitrag einem der langlebigsten Teemythen an den Kragen. "Früchteetees werden alle sauer" oder "Nee, da krieg ich immer Sodbrennen drauf". So oder so ähnlich schallt es uns Teefachverkäufern jeden Tag entgegen. Und zwar jeden einzelnen Tag, bei mir seit fast 20 Jahren und ich wette bei anderen sogar noch länger.
Was also macht diesen Teemythos so außerordentlich hartnäckig? Ohne Polemik geht das in diesem Fall leider nicht. Viele Teeverkäufer machen ihrem Beruf keine Ehre, weil sie entweder selber nicht wissen, wie man dieser Kleinigkeit entgegetreten kann oder, viel schlimmer, sie hören ihren Kunden schlicht nicht zu. Dabei ist es sehr einfach: Bis vor ein paar Jahren gab es fast ausschließlich Tees, in denen einer der Hauptbestandteil Malve (Hibiskus) ist. Nun wurde den Kunden immer eingetrichert (entweder vom Verkäufer oder durch die Verpackung) dass man den Früchtetee "unbedingt" und unwidersprochen mindestens 10 Minuten ziehen lassen soll. Ja, und da war es schon das Problem. Kunden tun nämlich in den meisten Fällen was ihnen da empfohlen wird. Das hat nichts mit Nibelungentreue zu tun, sondern ist schlicht Vertrauen, das diese Kunden uns Fachleuten entgegenbringen. Da hat ja jemand vermeintlich Ahnung von der Materie.
Ich möchte mich da gar nicht rausnehmen, denn am Anfang meiner Teekarriere habe ich denselben Fehler begangen. Irgendwann ist mir dann aber das ständige Gejammere über Säure und Sodbrennen auf die Nerven gefallen. Nach einigen wenigen Versuchen mit der Ziehzeit habe ich festgestellt, dass der Hibiskus wohl nach circa 5 Minuten Säure freisetzt, die all diese Probleme verursacht. Von Lieferanten wurde mir dies bestätigt, aber weiterhin, trotz Hinweisen meinerseits, fleißig weiter auf die Etiketten gedruckt: "Einsen Tee mindestens 5-10 Minuten ziehen lassen". Ach Don Quijote, jetzt weiß ich wie das mit den Windmühlen gemeint ist.
Seit einiger Zeit nun gibt es so genannte säurearme Tees ohne Hibiskus, ich nenne sie häufig "Bürotees", da man sie sehr lange ziehen lässt. Diesen Tees auf Dattel-, Apfel-, Birnen-und Banenbasis ist gemeinsam, dass sie nicht sauer werden und empfindlichen Kunden oder solchen, die nie wieder Früchtetees trinken wollten, die Möglichkeit geben einen Tee auch mal zu vergessen. Selbst nach 20-30 Minuten bleiben sie mild im Geschmack und der Verkäufer glücklich, da er sich anderen Themen widmen kann. Es gibt nämlich noch jede Menge Teemythen, die auf Erkärungen warten.
Für viele Teetrinker ist Hagebuttentee eines der ersten Trinkerfahrungen - ob zuhause oder im Schullandheim. Der knall-rote Aufguss, der leicht säuerlich schmeckt, hat nicht nur einen hohen Vitamin C-Gehalt, sondern bietet auch einige andere Vorteile.
Ein interessanter Artikel bei BR-Online "Ein Männlein steht im Walde" erklärt, was drin steckt in der Frucht der Heckenrose.
Wer gerne aromatisierte Tees trinkt, also solche, bei denen Teeblätter mit diversen Zusatzstoffen wie Früchten oder Blüten versetzt sind, muss mit den unterschiedlichsten Qualitäten bei der Herstellung rechnen. Es gibt große Unterschiede bei der Qualität der verwendeten Aromastoffe - teils sind sie natürlich (oft aus kontrolliert biologischem Anbau und damit in den meisten Fällen relativ teuer), manchmal naturidentisch (also exakt nach dem Vorbild der Natur im Labor nachgebaut), manchmal künstlich. Was genau diese Unterschiede bedeuten, werde ich sehr bald in einem eigenen Artikel erklären.
Einstweilen möchte ich Sie auf einen kurzen, aber informativen Artikel der Stiftung Warentest zu aromatisierten Tees hinweisen. Die Illusion beim Tee.
Momentan überhäufen mich Kunden mit Fragen zu Inhaltsstoffen von allerlei Teesorten. Ich fühle mich schon wie ein halber Lebensmittelchemiker. Natürlich kann man nicht alles herausfinden, dazu reicht schon die Zeit gar nicht. Die wichtigsten Fragen greife ich hier aber gerne raus und intensiviere die Nachforschungen. Die neueste betraf die Schwefelung von Trockenfrüchten. Diese Methode wird hauptsächlich dazu benutzt, um die natürliche Farbe der Früchte über einen längeren Zeitraum zu erhalten. Für die Industrie ist ein netter Nebeneffekt, dass dieses Verfahren dehydrierend, also wasserentziehend wirkt, was bei der Produktion von Trockenfrüchten für den Verzehr oder zur Teeproduktion ideal ist. Nun reagieren manche Menschen mit allergischen Symptomen, wie Hautausschlag, Durchfall, u.ä. auf die Aufnahme von Schwefeldioxiden. Manchmal tritt auch Kopfschmerz auf, der auf den "Genuss" geschwefelter Früchte zurückzuführen ist, wenn auch immer wieder behauptet wir, dass das eher Histamine seien. Seis drum, ich will ja hier auch keine Grunsatzdiskussion anzetteln. Da Schwefel in der Weinproduktion außerdem auch als Konservierungsmittel dient, handelt es sich also um einen vielseitigen Stoff. In den USA oder Australien muss Schwefel explizit auf dem Etikett ausgewiesen werden, bei uns gilt dies erst ab den unten angeführten Werten.
Da man das bei unserer großen Anzahl von Früchtetees nicht unterschätzen darf, habe ich mich umgehört und Antworten gefunden. Die von uns geführten Apfel- und Bananentees, aus dem Segment säurearme Tees, sind laut Herstellerangaben nicht geschwefelt. Auf meine Frage, wieviel Schwefel bei nicht zweifelsfrei bestimmbarer Schwefelung freigesetzt wird, ist eine pauschale Antwort nicht möglich. Dies hängt von der Ziehzeit, der Größe der Fruchtstücke, etc. ab. Es besteht laut Gesetzgeber eine Kennzeichnungspflicht für Schwefeldiovxide und Sulfite ab 10 mg/kg bzw. 10 ml/l. Dies bezieht sich auf das genussfertige, also aufgegossene Lebensmittel (in diesem Fall der fertige Tee). Wenn ich es richtig verstanden habe, hält der Gesetzgeber es also für unbedenklich, geringere Mengen zu sich zu nehmen. Ich kann und werde das nicht kommentieren, freue mich allerdings, den Allergikern mitteilen zu können, dass bei unserem Lieferanten stark in Richtung Nullbelastung gearbeitet wird.
So, und jetzt kommt gerade im Gespräch die nächste Frage auf: Morgen gehts dann um Rückstandsanalysen unserer Darjeeling f.fl. Flugtees. Weiter auf dem Weg zum designierten Lebensmittelchemiker....
Wer anstatt eines Bechers Kaffee lieber eine leckere Tasse Tee trinkt, schont die weltweiten Wasservorräte. Das und noch viel mehr diskutieren im Moment rund 1.500 Experten bei der Internationalen Wasserwoche in Stockholm. Sie wollen Lösungen finden für die zunehmende Wasserknappheit auf der Welt und die sich daraus ergebenden Probleme.
Um sich den Wasserverbrauch z. B. eines Lebensmittels besser vorzustellen, entwickelten die Wasser-Experten das Modell des "virtuellen Verbrauch". Er zeigt an, wie viel Liter Wasser zur Herstellung eines Lebensmittel benötigt werden. Eine Tasse Tee verbraucht demnach 35 Liter "virtuelles" Wasser, Kaffee dagegen 145 Liter. Mehr Informationen zum Wasserverbrauch von Lebensmitteln finden Sie bei "der Freitag".
Wie vor einiger Zeit schon angekündigt, gibt es diesmal harte Fakten zu den Fruktose- bzw. Kaliumwerten in zwei, extra von der Firma Intertee, Norderstedt bei Hamburg, geprüften Früchtetees. Die beiden geprüften Tees fallen in unserem Programm unter säurearme Tees (Früchtetees) da sie kein Hibiskus enthalten und daher nicht sauer werden können. Mehr dazu im Teepodarchiv.
Nun aber die Werte:
- Kalium: 6550 mg/kg Tee. Das entspricht ca. 84 mg/ 250 ml Aufguss. Zur Herstellung des Aufgusses wurden etwa 13g Tee eingesetzt (Ziehzeit 8 min)
- Fruktose: etwa 2g / 100 ml Aufguss aus ca. 2,5 g Tee (Ziehzeit: 8 min)
Birnengarten :
- Kalium: 5400 mg/kg Tee. Das entspricht: 105 mg/ 250 ml Aufguss aus 20 g Tee und einer Ziehzeit von 8 min.
- Fruktose: 12,0 g / 100 ml Aufguss aus 3,5 g Tee (Ziehzeit: 8 min)
Die Lebensmittelchemikerin war selber etwas erstaunt über die hohen Werte bei der Fruktoselöslichkeit. Allerdings werden als Grundlage eben auch hochwertige Äpfel und Birnen verwendet. Außerdem ist die Menge des Tees relativ hoch und nicht als haushaltsüblich zu bezeichnen. Es sei nochmal erwähnt, dass sich die obengenannten Tees sehr gut für eine Kundengruppe eignen, die empfindlich auf zu hohe Mengen des gelösten Kaliums reagieren.
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