Schon der Name ist faszinierend: Der goldene Windbeutel. Wäre es nicht zum
Heulen, könnte man wirklich über diese, zum zweiten Mal verliehene Auszeichnung
von
Foodwatch, laut loslachen. Es geht bei dieser "Prämierung" nämlich um allzu dreiste Irreführung der Verbraucher und deshalb soll seit 2009 jedes Jahr ein Produkt gekürt werden, das es nicht nur bei unnötigen Lebensmittelzusatzstoffen belässt, sondern zusätzlich eine angeblich gesundheitsfördernde Wirkung angibt.Die Konsumenten können
hier abstimmen wer der neue Preisträger wird.
Ärgerlicherweise ist wieder ein sogenannter "Eistee" dabei. Der
Platzhirsch in dieser Branche ist die Firma Pfanner mit ungezählten Varianten
ihrer Zuckerbomben. Sage und schreibe 47 (!) Stück Würfelzucker stecken in
einer 1,5 l Packung dieser Kariesförderer. Dem hat man eigentlich nicht viel
hinzuzufügen, außer: Stimmen Sie ab, damit dieses Produkt von Pfanner den
goldenen Windbeutel verliehen bekommt. Ich kann es zwar nicht glauben, aber
vielleicht denken die Entwickler und Marketingstrategen dann einmal nach und
verbessern ihre Produkte. Damit nicht nur Tee draufsteht, sondern auch Tee
drinsteckt.
Spiegelonline zitiert Foodwatch wie folgt:
„Viele Hersteller würden auf den gesundheitsfördernden Ruf von Tee setzen,
erklärte Foodwatch. In den Getränken befänden sich aber meist nur sehr geringe
Mengen an Tee, stattdessen viel Zucker, Aromen und häufig Zusatzstoffe wie
Konservierungs- und Säuerungsmittel. "Für ein Wohlfühlerlebnis sorgt
solcher "Wellnepp" vor allem beim Hersteller, wenn bei ihm die Kasse
klingelt", kritisierte Sprecher Henrik Düker."“
David gegen Goliath werden Sie nun einwenden. Aber wir alle sind die
Verbraucher, die es in der Hand haben, ob solche Produkte weiterhin produziert
werden oder nicht. Indem Sie diese Zuckerbomben nicht kaufen. Indem Sie
weitererzählen, dass 47 Stück Würfelzucker darin enthalten sind. Schon ein paar
Käufer weniger sind ein Erfolg, zumal wenn diese Kinder und Jugendliche sind.
Deren Unwissenheit hintertreibt die Industrie schließlich wissentlich und
richtet damit jede Menge Schaden an. In der Verantwortung stehen wir alle.