Aus Japan, dem Land, das für seine Grüntees und Teezeremonien bekannt ist, stammen verschiedene traditionelle Teekannen.
Zum einen die Tonkanne, japanisch Kyusu genannt und die Tetsubin Kyusu, die Eisenkanne.

Kyusu – Die japanische Tonkanne

Japanische Tonkanne

© Quellee: Pixabay

Als Kyusu, was übersetzt irdenes Teekännchen bedeutet, bezeichnet man die traditionelle japanische Teekanne für die Zubereitung von Grüntee. Man bekommt sie als Seitengriffkanne mit rückwärtigem Griff oder mit Henkel.
Die Entwicklung der Seitengriffkanne hat ihren Anfang in der Song-Dynastie (960-1279 n.Chr.) in China.

Material

Meist ist sie aus Ton und besitzt ein Volumen von 150 bis 400 ml. Viele der Kannen werden in der Region Tokoname aus mineralhaltigem Ton von bekannten Künstlern meist handgetöpfert. Je reicher der Ton an Mineralien ist, desto mehr profitiert der Geschmack des Tees davon.
Je nach verwendeter Tonart kann die Farbe der Kyusus leuchtendem Rotbraun bis zu Tiefschwarz variieren. Dies ist abhängig vom Eisen- und Mangangehalt des Tons: je mehr Eisen, desto ausgeprägter ist der Rotton, je mehr Mangan, desto schwärzer wird die fertige Kanne.

Griff

Der Griff der Seitengriffkanne ist meist in einem Winkel von 90 Grad angebracht, wird aber von jedem Designer individuell anders gefertigt.

Sieb

Integriert hat die Kyusu ein spezielles Sieb für Grüntee. Die Poren sind exakt so dimensioniert, dass keine großen Schwebeteile in die Tasse gelangen, es aber durchlässig für die Aromasubstanzen ist.

Einfluss des Materials auf den Geschmack

Das sehr mineralienhaltige Material reagiert mit den im Teewasser enthaltenen Mineralien. Jeder Ton hat einen anderen Gehalt an reaktionsfreudigen Mineralien. Die beste Wirkung haben Kyusu die aus natürlichem Ton von Hand hergestellt wurden, da sie die größte Menge an Mineralien enthalten. Natürlicher Ton besitzt außerdem eine wesentliche größere Porosität, die sich förderlich auf den Geschmack des Tees auswirkt.

Tetsubin Kyusu – die japanische Eisenkanne

Gusseiserne Kanne aus Japan

Die japanischen Teekannen aus Gusseisen (Tetsubin Kyusu) werden in einem aufwendigen verfahren hergestellt und mit typischen traditionellen Mustern versehen.

Fertigung der Gussformen in Handarbeit

 Zum Herstellung der Gusseisen-Kanne wird für jedes einzelne Stück eine Innenform aus Tonan gefertigt, die nach dem Guss der Teekannen zerbrochen wird. Jede Gussform kann nur einmal verwendet werden. Bei den hochwertigen Teekesseln wird das Muster mit großem Aufwand von Hand auf die Form aufgebracht. Dadurch gibt der Künstler seiner Teekanne einen einzigartigen Charakter. Schlechte Qualität erkennt man an Kannen, deren Muster verwaschen ist, da die Form mehr als einmal verwendet wurde.  Unsere gusseisernen Kannen bei Evas Teeplantage sind auf der Innenseite emailliert. In Japan und China ist dies jedoch völlig unüblich, da man an die positiven Auswirkungen der Ablagerungen im Inneren der Kanne glaubt. Der leicht ansetzende Rost soll Gesundheit und Geschmack zu Gute kommen.

Typischerweise werden folgende Muster verwendet:

  • Hada (= Haut)

Hada wird oft unabhängig vom Muster in der oberen Hälfte auf der unteren Hälfte des Kessels aufgebracht. Die Fertigung eines schönen Haut-Musters sieht simpel aus, ist aber sehr anspruchsvoll. Dazu muss die Gussform mit einer speziell angefertigten Sandkugel von Hand geprägt werden. Die Sandkugel wird aus mit gesiebtem Sand vermischten Ton angerührt und zu einer Kugel geformt.

  • Arare (= Hagel)

Arare ist das am meisten gebräuchlichste Muster auf Eisenteekannen. Mit kleinen Metallstäben wird das Hagelmuster mittels kleiner Metallstäbe in die Gussform gedrückt. Durch die Prägung von Hand gelingt es dem Künstler wunderschöne lebendige Hagelmuster erzeugen.

  • Itome (= Faden)

Kunstvoll werden Rillen in die Gussform geritzt, um dem Itome- Muster Ausdruck zu verleihen.

  • Muji (= ohne Muster)  oder

  • Bildmotive (z.B. Sakuramon)

Die Bildmotive sind recht selten. Wenn sie zu finden sind, handelt es sich um florale Muster eir Blumen, Bäume oder Landschaften. Oder man erkennt Tiere, Etwa Pferde oder Vögel. Bekannte Bildmotive sind die sogenannten Sakuramon, die Kirschmotive.
Vor dem Prägen werden zunächst Zeichnungen angefertigt, die dann mit Hilfe der Metallstäbe auf die Gussform übertragen werden.

Das von Hand geprägte Muster einer Teekanne aus Gusseisen beeinflusst stark ihren künstlerischen Wert.

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