Ostfriesentee besteht aus bis zu zehn verschiedenen Schwarztee Sorten, die hauptsächlich aus Assam  (90 %), Sumatra und Java-Teesorten besteht. Er ist kräftig und würzig und durchaus ergiebig. Davon gibt es Blatt- und Broken-Mischungen. Der Name Ostfriesentee ist geschützt und sagt aus, dass der Tee in Ostfriesland gemischt worden sein muss. Man mag es kaum glauben, aber mit 300 getrunkenen Liter pro Jahr liegt der Teeverbrauch der Ostfriesen sogar noch über dem der Teenationen China und England.

Ostfriesentee

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Geschichte

Ostfriesentee wird in Ostfriesland schon sehr lange getrunken. Aufzeichnungen zufolge bereits seit Mitte des 17. Jahrhundert. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich eine Kultur des Teetrinkens ausgebildet, die fest mit dem Leben und der Gegend hoch im Norden Deutschlands verbunden ist.
Bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts brachten niederländische Schiffe der Ostindien-Kompanie den ersten Tee auch Ostfriesland. Zunächst wurde er nur zu medizinischen Zwecken eingesetzt, denn ihm eilte der Ruf voraus wundersame Heilwirkung zu besitzen. Doch die Bevölkerung Ostfrieslands kam sehr schnell auf den Geschmack und nutzte Tee als Genussmittel. Es dauerte nicht lange, und sie kreierten aus verschiedensten Schwarzteesorten ihre eigene typische Ostfriesenmischung.

 

© giftgruen / photocase.comDem preußischen König war der steigende Teeverbrauch jedoch ein Dorn im Auge. Mehr Teegenuss bedeutete nämlich weniger Konsum von Bier und anderen heimischer Getränke. Das führte zu Einbußen in der Staatskasse, was 1778 zu einem Verbot des Ostfriesentees führte. Man riet der Bevölkerung zu einem Aufguss aus Zitronenmelisse und Petersilie als Ersatz für das Getränk aus Übersee.
Doch die Ostfriesen hatten sich bereits zu sehr an das Drachengetränk, wie es die Preußen nannten, gewöhnt, als dass sie ihn sich verbieten lassen wollten. Sie importierten den Tee auf Schmuggelruten, um dessen Genuss weiter frönen zu können. Bereits drei jahre später gab der Alte Fritz auf und erlaubte den Teeimport wieder. Er hatte wohl festgestellt, dass diese Verbot sinnlos war.

In den darauf folgenden Jahren wurden die berühmten Teehäuser Onno Behrends, Thiele und Bünting in Ostfriesland gegründet, was den Ostfriesentee weltweit bekannt gemacht hat.

Geschmack und Aroma des Ostfriesentees

Kauft man echten Ostfriesentee, erhält man eine in Ostfriesland zusammengestellte Schwarzteemischung, die aus bis zu 20 verschiedenen Schwarzteesorten gemischt wurde. Man verwendet eine solch große Anzahl unterschiedlicher Sorten, da nur das eine gleichbleibend hohe Qualität des Endproduktes gewährleistet ist. Die Mischung gleicht etwaige Schwankungen der Qualität einzelner Teesorten ausgleichen. Auch der Geschmack kann so konstant gehalten werden. Darüber hinaus läßt sich durch die Mischung eine Harmonie komponieren, die dem Tee seinen typischen Ostfriesentee Geschmack verleiht.
Kenner beschreiben ihn als kräftig und malzig.

Ostfriesentee

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Ostfriesentee: Zubereitung

Um den Ostfriesentee mit all seinen Aromen genießen zu können, muss man einige Punkte bei dessen Zubereitung beachten:
Zunächst wird die Teekanne mit Hilfe von kochendem Wasser vorgewärmt, indem man das Wasser in die Kanne gießt und dieses dann etwas in der Kanne hin und her schwenkt und dann wieder ausgießt. Anschließend  wird der Ostfriesentee direkt ohne Sieb in die Kanne gegeben. Man merkt sich als Richtlinie für die richtige Menge einen Teelöffel Teeblätter pro Tasse und einen weiteren für die Kanne. Für eine Kanne mit einem Volumen von sechs Tassen nimmt man also sieben Teelöffel Ostfriesentee. Nun füllt man die Kanne zur Hälfte mit kochendem Wasser auf und lässt den Ostfriesentee mit geschlossenem Deckel drei bis vier Minuten ziehen. Nach der Ziehzeit füllt man die Kanne bis zum Rand mit Wasser auf. Schon ist der Ostfriesentee trinkbereit. Entweder füllt man den Tee in eine bereits vorgewärmte Servierkanne um, oder man gießt den Tee durch ein Sieb direkt in die Tasse.

Ostfriesentee

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Vor dem Eingießen jedoch legt man ein großes Stück „Kluntje“, einen Kandiszucker in die Tasse und übergießt diesen langsam mit dem Ostfriesentee. Dann kommt die Sahne hinzu, die man vorsichtig als kleinen Tropfen vom Ran der Tasse in den Tee fließen lässt. Bitte auf keinen Fall umrühren, den traditionell wird Ostfriesentee in drei Schichten getrunken: erst bitter, dann cremig und zum Schluss kommt die Süße des Kandiszuckers zum Tragen.  Diese Art des Teetrinkens mag noch aus einer Zeit stammen, in der Zucker in teures Luxusgut war. So konnte man mehrere Tassen Ostfriesentee mit nur einem Stückchen Zucker genießen.

Noch mehr zum Thema Ostfriesentee:

In Ostfriesland gibt es verschiedene Teemuseum, unter anderem das Teemuseum in Norden. Was es dort alles zu sehen gibt, wird im folgenden Videoclip verraten:

 

 


Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ostfriesische_Teekultur [16.02.2017]
http://www.deine-stimme.de/ostfriesentee-was-ist-da-besonders [16.02.2017]
https://www.youtube.com/watch?v=H3N0AE6HaoA&feature=youtu.be [16.02.2017]

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