Infografik: Produktion von Tee

16. Juni 2017

Infografik Tee: Vom Blatt zum Tee

Was unterscheidet Grün- von Schwarztee? Warum schmeckt Grüner Tee aus Japan anders als Grüner Tee aus China? Und wie zum Henker passt Oolong eigentlich in diese Aufzählung? All diese Fragen wollen wir Ihnen hier mit einer übersichtlichen Infografik zur Produktion von Tee erklären. Wir zeigen Ihnen die verschiedenen Produktionsschritte vom frisch gepflückten Blatt zum fertigen Tee. Der Übersichtlichkeit geschuldet etwas vereinfacht.

Infografik zur Teeproduktion

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Infografik zur Produktion von Grünem Tee in China und Japan, Oolong Tee, Weißen Tee, Schwarzen Tee

Die Teepflanze

Jeder Tee im engeren Sinn hat seinen Ursprung in der Teepflanze. Hier unterscheidet man zwei verschiedene Sorten: Camelia sinensis und Camelia assamica.

Camelia sinensis ist sehr kälteresistent und hat immergrüne, etwa zwei bis sieben cm lange Blätter. Dieser Teestrauch wächst auch in großen Höhen und kann über 100 Jahre alt werden. Geerntet wird etwa drei bis acht Mal pro Jahr mit Pausen von zwei bis drei Wochen. Angebaugebiete sind vor allem Indien, Sri Lanka (früher: Ceylon), Japan und alle höher gelegenen Teeanbaugebiete.

Camelia assamica benötigt eher mildes Klima und wächst hauptsächlich in der Ebene. Seine Blätter sind länger, glänzend dicker und ledrig. Und der Tee aus der Assamica-Pflanze ist stärker und im Aufguss dunkler. Der Teestrauch der Assamica wird bei höherem Erntevolumen nur halb so alt, wie eine sinensis-Pflanze. Blätter der Assamica-Pflanzen werden bis zu 30 mal pro Jahr geerntet. Angebaut wird diese Art in allen tiefer gelegenen Teeanbaugebieten der Welt.

Flugtee aus Darjeeling, Teepflücker

Teepflücker bei der Ernte in Darjeeling, Indien © Intertee

Die Teeernte

Werden Teepflanzen nicht am Wachsen gehindert, entstehen daraus hohe Bäume. Dies geschieht manchmal auch, um möglichst naturnah ganz besondere Teesorten herzustellen. In der Regel stutzt man die Pflanzen allerdings auf einer Höhe von maximal 1, 20 Meter, so dass die Pflücker(innen) sie gut erreichen können. Je nach Anbauform werden die Teeblätter von Hand gepflückt, teils von Hand, teils von Maschinen oder ganz maschinell. Die Qualität des Tees hängt natürlich auch davon ab, wie sorgfältig hier vorgegangen wird. Klar, dass ein Mensch besser zwischen einem zarten Blatt und Hölzchen unterscheidet, als eine Maschine. Die verschiedenen Formen der Tee-Ernte sind einen eigenen Blog-Post Wert. Wir beschäftigen uns demnächst im Teepod damit.

Die Weiterverarbeitung der Teeblätter

Nach der Ernte müssen die Teeblätter möglichst schnell weiterverarbeitet werden. Deshalb befinden sich die Teemanufakturen oft direkt in der Teeplantage, um das wertvolle Aroma der Blätter möglichst gut zu erhalten. Je nach Herkunftsland erfolgt die Teeproduktion manuell oder mechanisch. In China ernten viele kleine Teeproduzenten die Blätter morgens und beginnen mittags mit der Weiterverarbeitung. Im Hightech-Land Japan ist in vielen Fällen der gesamte Herstellungsprozess von Grüntee bereits auf Maschinen umgestellt. Alle hier folgenden Teesorten stammen vom Teestrauch. Lediglich die Art und Weise der Ernte und Weiterverarbeitung der Blätter bestimmt, welches Produkt am Ende dabei herauskommt.

Weißer Tee

Weißer Tee, © stepa / photocase.com

Produktion von Weißem Tee

Für weißen Tee werden nur die ersten Austriebe bzw. Blattknospen (Yin zhen) oder die Knospen und die beiden ersten Blätter (Pai mu tan) geerntet. Weißer Tee wird ausschließlich im Frühjahr produziert. Nach der Ernte werden die Knospen auf Bambusmatten ausgebreitet und für einige Tage im Schatten gelagert. Die Teeknospen welken so ganz natürlich und oxidieren langsam, bis sie eine silbrig-weiße Farbe bekommen. Sind Blätter bei der Ernte mit dabei, werden diese bedämpft, damit sie nicht oxidieren.  Nach einem kurzen Trocknen in der Sonne ist der Tee bereits fertig.

Produktion von Grüntee in Japan

Gruener Tee Japan Gyokuro Himmelswiese

Japanischer Grüntee: Gyokuro, © Intertee

Für die Herstellung von Grüntee pflückt man die Blattknospe und die ersten Blätter jedes Astes. Grüner Tee wird im Gegensatz zum Schwarztee nicht oxidiert, weshalb er u.a. mehr Vitamin C enthält. Nach der Ernte werden die Blätter direkt in der feuchten Hitze weiterverarbeitet. Dafür werden sie in Körben über Wasserdampf gehängt. Durch den Dampf behalten die Blätter ihre dunkelgrüne Farbe. Danach werden die Blätter (meist von Maschinen) gerollt und in Längsrichtung in Form gepresst. Nach einem erneueten Bedämpfen wird der Tee getrocknet.

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Chinesischer Grüntee, © Evas Teeplantage

Produktion von Grüntee in China

In China werden die Teeblätter zuerst bedampft, damit sie ihre Farbe behalten, danach rösten sie (früher von Hand in Metallbecken, heute vermehrt über Förderbänder in Fabriken). Dabei gibt es in China drei verschiedene Methoden zum Formen der Blätter, aus der unterschiedliche Grünteesorten entstehen:

  • Gunpowder (Schießpulver): Die Blätter werden in geheizten Metallbecken zu Kügelchen gerollt
  • Long Jing (Drachenbrunnen): Die Blätter werden in Längsrichtung gepresst
  • Chun Mee (Augenbraue eines alten Mannes): Die Blätter werden in Längsrichtung gerollt

Nach dem Formen der Blätter werden sie getrocknet und dann für den Transport verpackt.

Produktion von Schwarztee

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Schwarztee aus Sri Lanka, © Intertee

Für Schwarztee werden die Blattknospen und die ersten Blätter geerntet und danach zum Welken ausgelegt. Nach dem Rollen oxidieren die Blätter mehrere Stunden in eigenen Kammern, deren Luft feucht gehalten und deren Temperatur konstant 27°C beträgt. Dadurch erhält der Schwarztee seine dunkle Farbe. Zum Schluss werden die Blätter ca. 20 Minuten lang auf 90-95°C erhitzt. Ist der Tee fertig, geht es mit der Einteilung verschiedener Schwarzteesorten weiter. Die Blätter werden zerschnitten, zerrieben oder im Ganzen belassen. Hierdurch entstehen verschiedene Blattgrade, die Preis und Geschmack des Schwarztees bestimmen. Nach dem Sieben, um Blätter von Teepulver zu trennen, wird der Tee verpackt.

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Oolong-Tee aus China, © Intertee

Produktion von Oolong-Tee

Um Oolong-Tee herzustellen werden die Blätter nach dem Welken nur kurz oxidiert. Je nach Oolong-Sorte wird nur ein Teil der Blätter oxidiert, der Rest bleibt – wie beim Grüntee – so wie er ist. Am Ende wird alles gemischt und für den Verkauf verpackt.

© Evas Teeplantage

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Geschrieben von um 9:00 | Noch keine Kommentare


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