Spricht man von Tee im engen Sinne, so meint man in der Regel die Blätter, die von der eigentlichen Teepflanze kommen. Wie lange schon ein Getränk aus diesen Blättern aufgebrüht wird und woher die Teepflanze ursprünglich kommt soll hier erläutert werden.

Der Ursprung der Teepflanze

Bereits um 3000 v.Chr. wurde die Teepflanze entdeckt.  Angeblich stammt sie aus Ober-Birma, von wo aus sie sich rasch verbreitete. Die immergrüne Pflanze gehört zur Familie der Kamelien und der schwedische Naturforscher Carl von Linné nannte die Pflanze Camellia sinensis.
Der Camellia sinensis-Strauch verzweigt sich bereits an der Basis der Sprossachse zu einem circa drei bis vier Meter hohen Strauch. Ihm genügt magere Erde und er kann sowohl Frost als auch längeren Trockenperioden und der niedrigen Luftfeuchtigkeit der Subtropen trotzen. Er wächst langsam, blüht aber schon im zweiten Jahr. Erstmals vom Teestrauch geerntet werden kann drei bis fünf Jahre nach dem Einpflanzen des Stecklings.

Lange Zeit nach der Entdeckung und Kultivierung der Camellia sinensis wurde vor etwa 150 Jahren die Camellia assamica (benannt nach ihrem Entdeckungsort, dem Urwald der Provinz Assam), wahrscheinlich 1823 durch einen schottischen Wanderer, entdeckt. Man vermutet, dass es sich hierbei um eine Camellia sinensis gehandelt habe, die sich dank völlig unterschiedlicher klimatischer Bedingungen ihrem Standort angepasst hat und sich so zu einer eigenständigen Sorte entwickelte.
Die Pflanze kann eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. Ihre Blätter sind etwas ovaler und größer und der Strauch bringt höhere Erträge als der der Camellia sinensis.

Teeblatt in Nahaufnahme

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Mit seiner starken Pfahlwurzel erhält der Baum Festigkeit und mit den Seitenwurzeln nimmt er Wasser und Nährstoffe auf.
Stehende Nässe verträgt die Pflanze nicht, weshalb sich die Seitenwurzeln oberhalb des Grundwasserspiegels entwickeln. Sie ist anfällig gegen niedrige Temperaturen und auf die häufigen, ergiebigen Niederschläge sowie die hohe Luftfeuchtigkeit des tropischen Klimas angewiesen. Im Vergleich zum China-Tee treibt der Assam-Tee größere Blätter und bringt höhere Erträge.

Durch Kreuzung dieser beiden Ur-Teesträucher hat man eine dritte, sehr widerstandsfähige Teepflanze, die Hybrid-Teepflanze herangezogen. Es gibt nur diese drei Teepflanzen. Die Vielfalt der Teesorten entsteht allein durch die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der Plantagen. Fast ausschließlich wird heutzutage die Hybridpflanze als Grundlage fast aller Teesorten angebaut. In der Plantage werden die Sträucher nur auf eine Höhe von 1 – 1,5m gehalten. Optimal gedeihen Teesträucher in Gebieten um den Äquator, wo eine hohe Luftfeuchtigkeit vorherrscht. Idealerweise in feuchten, tropischen Wäldern auf 500m-2000m Höhe.

Anbau der Teepflanze

Die Güte des Tees ist sehr von Lage und Beschaffenheit des Anbaugebietes abhängig. Hierbei gilt die Faustregel: je höher das Anbaugebiet gelegen ist, desto delikater wird das Aroma des fertigen Tees. Tee liebt feucht-heiße Sommer und trockene, milde Winter.  Der Teestrauch gedeiht am besten in einem humusreichen, lockeren und sauren Boden.

Oft werden die grünen Blätter von Hand gepflückt, wobei die zwei jüngsten oberen Triebe und die Blattknospe (“two leaves and the bud“) besonders hochwertige Tees ergeben.

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Unterschiedliche Verarbeitungsprozesse

Weißer Tee, Grüner Tee, Gelber Tee, Oolong, Schwarzer Tee und Pu Erh unterscheiden sich nach Herstellungsmethoden. Die frisch gepflückten Teeblätter werden je nach gewünschter Teesorte auf verschiedene Art und Weise weiterverarbeitet. Der Prozess der Teeherstellung beruht auf der  individuellen Interpretation eines jedes Tee-Meisters, der im Laufe der Jahre seine eigene Methoden und Techniken entwickelt und vererbt. Ohne das Wissen und die Geheimnisse der Tee-Meister wäre die Teewelt nicht so vielseitig, wie sie ist.

Man spricht von sechs verschiedenen Tee-Sorten:

Weißer Tee verdankt seinen Namen dem seidenartigen, weißen Flaum, der die jungen Teeknospen umschließt. Seine Qualität erhält der weiße Tee vor allem durch die besondere Auswahl der Blätter: Nur die ungeöffneten Blattknospen des Teestrauchs, der in der im Süden Chinas gelegenen Provinz Fujian angebaut wird, werden für die besonders hochwertigen Sorten wie etwa Yin Zhen verwendet. Rund 30.000 handgepflückte Knospen werden für die Herstellung eines Kilogramms weißen Tees benötigt. Die schonende Licht- und Lufttrocknung verleiht dieser Teesorte ihren milden Geschmack.

Grüner Tee  wird hauptsächlich in China, Japan und Taiwan produziert. Er stammt von derselben Pflanze wie der Schwarze Tee und unterscheidet sich alleine dadurch, dass er keinen Oxidationsprozess durchlaufen hat. Dies wird durch kurzes, sehr heißes Bedämpfen (ca. 120°C heißer Wasserdampf) der Blätter nach dem Pflücken erreicht. Der heiße Wasserdampf unterbindet die Oxidation dadurch, dass die Tee-Enzyme deaktiviert werden (man das dann De-Enzymation). Dadurch bleiben die Blätter olivgrün.

Gelber Tee  ist chinesischer Grüntee, der nach der Ernte in Tücher gewickelt und beschwert wurde. Der Tee wird immer wieder gewendet und entwickelt dabei mehr Gerbstoffe, als gewöhnliche Schwarze oder Grüne Tees. Diese Gerbstoffe machen gelben Tee besonders magenschonend. Im Geschmack ähnelt Gelber Tee dem des Grüntees sehr.

Oolong Tee  ist ein halboxidierter Tee. Der begonnene Oxidationsprozess wird vorzeitig abgebrochen, wodurch Qualitäten mit speziellem Aroma entstehen, die geschmacklich und optisch zwischen einem Grünen und einem Schwarzen Tee liegen. Gerne werden besonders hochwertige Oolongs mit wertvollen Ölen und Blüten (z.B. Jasmin oder Rose) versetzt.

Schwarzer Tee  durchläuft nach dem Pflücken einen Verarbeitungsprozess, der sich in fünf Phasen einteilen lässt:
Welken, Rollen, Oxidieren, Trocknen und Sortieren. Dieses Verfahren wird als die orthodoxe Methode der Teeherstellung bezeichnet.

Pu Erh Tee wird gleich nach dem Pflücken zu Teeziegeln gepresst und muss traditionell mehrere Jahre reifen.

Teepflücker in Sri Lanka (Ceylon)

© EW – Fotolia

 

 


Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fer_Tee [04.05.16]
http://teeverband.de/alles_ueber_tee [04.05.16]

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