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Angeregt durch den Kommentar einer Leserin zu unserem Blogpost Der Doktor warnt vor Rotbuschtee und durch Medienberichte der Verbraucherzentrale zu Pyrrolizidinalkaloide (kurz PA) in Tees und Kräutern, begaben wir uns auf die Suche nach Antworten. Macht uns Tee vielleicht krank? Fehlerfrei Aussprechen kann ich den Fachbegriff Pyrrolizidinalkaloide immer noch nicht, also schreibe ich der Einfachheit halber PA im folgenden Artikel. Zur Einführung zitiere ich erst mal einen unserer Lieferanten:

„PAs sind sog. sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die einige Pflanzen (rund 6000 Arten weltweit) in unterschiedlichster Form bilden, um sich z. B. vor Fraßfeinden zu schützen. Diese Pflanzen sind nicht die Kräuter oder Teepflanzen selber, sondern Unkräuter wie Korbblütler und Borretschgewächsen, die auf den Feldern wachsen und versehentlich mitgeerntet werden oder auch als Blütenpollen benachbarter Flächen über den Wind auf die Nutzfläche gelangen. Auch Nutztierfutter und Honig können betroffen sein.“ (1)

Problematisch dabei ist, dass „bisher keine wissenschaftlichen Studien vorliegen. Wir reden bei den potenziellen gesundheitlich abträglichen Wirkungen von den Ergebnissen, die wir aus Tierversuchen ableiten. Diese haben gezeigt, dass einige der PAs genotoxisch und kanzerogen und in sehr hohen Dosen akut leberschädigend wirken können. Aber: Es ist kein Fall bekannt, bei dem Verbraucher durch den Verzehr handelsüblicher Tees oder Kräutertees gesundheitlich beeinträchtigt wurden.“ (1)

Natürlich sind auch wir keine Biochemiker, haben uns aber durch allerlei Fachliteratur gequält. Eine wichtige Quelle, und einigermaßen verständlich geschrieben, ist das Bundesamt für Risikobewertung (BfR). Das BfR kommt zu der Auffassung, dass „demnach (..) die in den Lebensmitteln (Kräutertees, Rooibostee, schwarzer und grüner Tee sowie Honig) vorkommenden PA-Mengen sowohl für Kinder als auch für Erwachsene bei längerer (chronischer) Aufnahme gesundheitlich bedenklich sein können. Ein akutes Gesundheitsrisiko besteht nicht.“ (2)

Auf diversen Seiten, die sich mit dem Thema befassen wird darauf hingewiesen, dass, wer vorsichtig sein möchte, vielfältig konsumieren soll. Dies bedeutet schlicht, dass man die Getränkesorten oft wechselt und das betrifft hauptsächlich Rooibos- und Kräuterteetrinker. „Bisher gibt es keine gesetzlichen Vorgaben für die Probenahme zur Bestimmung von PA in Lebensmitteln.“ (2) Auch die Verbraucherzentralen sind sehr aktiv in diesem Bereich und raten: „Vor allem Schwangere, Stillende und Kinder sollten Kräutertees nur in Maßen trinken. Kinder sollten auch Honig eher wenig verzehren.“ (3)

Es gibt also eine große Unsicherheit, zumal „die Gehalte einzelner Proben (..) innerhalb der gleichen Teesorte erheblich schwanken.“ (3) Trotzdem stellen wir interessierten Kunden und Lesern des Blogs gerne aktuelle Analyen unserer Lieferanten zur Verfügung. Hierzu reicht eine kurze Mail an uns und wir werden Ihnen die entsprechenden PDFs mit Prüfergebnissen zusenden.

Unser Fazit:

Absolut alle Quellen sind sich sehr sicher, dass PAs höchstens zu minimieren sind, aber dauerhaft nicht aus den Tees verschwinden werden. Unsere Lieferanten haben durchweg das Problem wahrgenommen und ihre Lieferanten in den Ursprungsländern sensibilisiert, bei der Ernte PA-haltige Pflanzen nicht mitzuernten, denn „sie sehen den Nutzpflanzen teilweise zum Verwechseln ähnlich, so dass sie bei der Ernte nicht auffallen. Bereits 5-6 PA-haltige Pflanzen pro 50.000 bis 60.000 Nutzpflanzen reichen, um PA analytisch nachweisen zu können.“ (1) Der BLL weist auch noch daraufhin, dass „es (..) daher weder sinnvoll noch möglich ist, sie komplett auszurotten.“ (4)

Sollte es in nächster Zeit aussagefähigere Studien geben, dann werden wir diesen Artikel natürlich aktualisieren.

 

 


Quellen

(1) Qualitätssicherung der Firma Intertee
(2) Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): http://www.bfr.bund.de/de/a-z_index/pyrrolizidinalkaloide-127028.html
(3) Verbraucherzentrale.de: https://www.verbraucherzentrale.de/pyrrolizidinalkaloide-in-kraeutertees-und-tees
(4) Bll.de: https://www.bll.de/de/lebensmittel/sicherheit/unerwuenschte-stoffe-kontaminanten/pyrrolizidinalkaloide-pa