Wir hatten ja schon in unserem Post zum Unverpackt Tee einkaufen geschrieben, dass wir uns privat gerade sehr damit beschäftigen, wie wir unnötiges Plastik im Haushalt vermeiden können und Abfall sparen. Da kann man natürlich auch beim Teekochen nicht aufhören, dachten wir uns. Auf Instagram stolperten wir gestern auch noch über diesen Beitrag von Zerowaste Münster:

Dieser Post zeigt zweierlei: Es gibt genügend Möglichkeiten, Tee zu genießen, auch ohne unnötig Müll zu produzieren und andererseits sollte man das Produkt Tee aus unserer Sicht auch respektvoll und gut behandeln. Wie genau das gehen kann, beschreiben wir in diesem Blogpost.

Wie schon unsere Omas den Tee aufgossen

Wer schon mal auf einem Flohmarkt war, der weiß, dass es zwei Arten älterer Kannen zu kaufen gibt. Die bauchigen breiten Kannen waren über Jahrhunderte dem Tee vorbehalten und die schmaleren höheren Kannen waren am besten für den Kaffee geeignet.

Da Tee sehr viel Platz braucht um „aufzugehen“ brauchte er natürlich auch eine große Fläche in einer geeigneten Teekanne. Noch heute gibt es viele Kulturen, die ihren Tee direkt in die Kanne geben und ihn dort ziehen lassen. In Russland, der Türkei und selbst in Gr0ßbritannien macht man es immer noch so, wie schon unsere Großeltern: Kannendeckel auf, Tee rein und nach ein paar Minuten in eine andere Kanne umgießen. Manche Teeliebhaber in diesen und anderen Ländern lassen die Teeblätter auch in der Kanne, aber das erfordert eine stabile Zunge, denn der Tee bittert stark nach und wird deshalb mit viel Zucker genossen.

Wenn man Tee nicht direkt aufgießen will

Welche anderen Methoden es gibt, wenn man nicht „so kompliziert“ mit dem Tee verfahren möchte und ihre Vorteile und Nachteile:

Baumwollsiebe (oft auch Teestrümpfe genannt)

sind fast gänzlich vom Markt verschwunden. Hygienisch fragwürdig und geschmacklich nicht neutral, weil sich viel Tee im Material festsetzt (selbst wenn man immer nur einen speziellen Tee trinkt). Sollte man aus diesen Gründen auch öfter wechseln, was ökologisch wegen der hohen Baumwollanteile und des Färbens definitiv unsinnig ist.

Dauerfilter aus Metall oder Kunststoff

hier gibt es vielfältige Filter. Gemeinsam ist allen, dass der Tee oft wenig Platz hat um sich zu entfalten (Ausnahme: einige Kannen von Mono oder Bodum, die aber ästhetisch unterschiedlich bewertet werden und auch einen relativ hohen Preis haben). Dann sollten diese Filter auch oft gereinigt werden damit sie einigermaßen geschmacksneutral bleiben, das erfordert etwas Disziplin vom Teetrinker, weil man am besten jedes Mal den Filter reinigt. Leider funktioniert das in der Plastikvariante nur leidlich und auch hier setzt sich viel Tee im Material fest. Wer einmal einen guten Dauerfilter aus Metall und Kunsstoff-Gemisch testen will, findet ihn hier bei uns im Shop: Teedauerfilter kaufen.

Aufguss von Tee mit Tee-Dauerfilter aus Kunststoff oder einem Geschisch aus Metall und Kunststoff

Aufguss von Tee mit Tee-Dauerfilter aus Kunststoff oder einem Gemisch aus Metall und Kunststoff

Papierteefilter

sind absolut geschmacksneutral, werden heute auch umweltschonend gefärbt und sind biologisch vollständig abbaubar. Aus geschmacklicher Sicht absolut zu empfehlen, einzig der Materialverbrauch bereitet etwas Sorgen. Ideal auf Reisen oder im Büro, toller Geschmack und man muss nichts ausspülen.

Papierfilter für Tee kaufen

Papierfilter für Tee, ökologisch unproblematisch abbaubar und mit genügend Platz für Tee, um sich zu entfalten.

Papierfilter für Tee, ökologisch unproblematisch abbaubar und mit genügend Platz für Tee, um sich zu entfalten.

Metall-Teeei

da geht bei uns der Daumen nach unten. Zwar einigermaßen geschmacksneutral, aber den Tee in so ein kleines Ding zu quetschen, das geht gar nicht. Noch dazu ist das Geschraube eine Qual. Mal rastet es ein und dann wieder hängt der Haussegen schief, weil die Feinmotorik es manchmal nicht zulässt den Tee da sauber einzufüllen.

Tee-Eier, besonders ganz kleine, können wir nicht ruhigen Gewissens empfehlen. Hier hat Tee keinen Platz, um sich zu entfalten.

Tee-Eier, besonders ganz kleine, können wir nicht ruhigen Gewissens empfehlen. Hier hat Tee keinen Platz, um sich zu entfalten.

Teebeutel aus Zellulose

hier ist das Problem eher der eingefüllte Tee. Weil handelsübliche Teebeutel klein sind wird auch der Tee stark zerkleinert und das genügt den Ansprüchen von uns Teeliebhabern leider überhaupt nicht. Ökologisch auch eher auf der Seite des Wahnsinns, da die Zellulose des Filters, Papier für das Halten desselbigen, Tütchen für den Teebeutel plus Verpackung plus Zellophan. Das ist dann doch des Schlechten zu viel.

Teebeutel in Pyramidenform (Kunststoff oder Naturmaterial)

ähnliche Probleme wie die vorgenannten Teebeutel aus Zellulose, manchmal aber wenigstens biologisch abbaubar, weil das Material z.B. aus Mais gewonnen wird. Problem sind da wohl eher die Monokulturen im Maisanbau. Sehr oft allerdings sind diese Teebeutel aus Kunststoff sprich Erdölprodukten, deswegen auch hier ein „Finger weg“ von uns.

Welche Teesorten direkt in die Kanne gehören

Hier gilt eigentlich generell ALLES in die Kanne. Wir führen allerdings trotzdem noch einige Sorten auf die es sich besonders verdienen in einer Kanne zu ruhen und ihren vollen Geschmack zu entfalten.

  • Plantagentees, also Tees die von einer einzigen Teeplantage stammen, wie viele Tees aus Assam, Darjeeling, Sikkim und oft auch Grüntees aus Japan und China.
  • Großblättrige Tees,besonders weiße Tees wie YIN ZHEN Silver Needle
  • Teeblumen: manchmal auch Erblühtees genannt (dies sind kleine, meist runde Kugeln, in die Blüten eingearbeitet sind) die man in einer Kanne mit nicht mehr als 300ml aufgießen sollte).
  • Kräutertee und Kräutermischungen:sofern sie medizinisch sind und ihre Wirkung voll entfalten sollen.
  • Oolong-Tees:weil diese Tees ein sehr viel besseres Aroma entwickeln und man die Teeblätter sehr unterschätzt. Sie werden nämlich extrem groß im Vergleich mit ihrer getrockneten Form z.B. aus Formosa.

Welche Teekanne sich am besten eignet

Nehmen Sie für einen Direktausguss immer eine saubere Teekanne ohne jegliche Patina. Sie dürfen Kannen auch in die Spülmaschine zum Säubern stellen. Einfach die Spülreste wegspülen und los geht`s. Die Kannen sollten eine glatte Oberfläche haben (Porzellan, Gusseisen, Glas oder hochwertige Tonkannen) und auf der Bodenfläche eher breit sein. So kann sich der Tee schön auf den Boden legen und die entsprechende Zeit „ruhen“ bevor sie ihn in eine, am besten, vorgewärmte zweite Kanne umgießen. Dafür verwenden Sie einfach ein handelsübliches Sieb zum Abgießen. Sofern dieses engmaschig ist, erfüllt es seinen Zweck völlig. Ganz ähnlich dem Direktaufguss funktioniert das Teezubereiten auch in Glasteekannen von Mono. Sie haben ein so großes Edelstahlsieb integriert, dass der Tee völlig ungehindert in der Kanne schwimmen kann. Der Vorteil: Man muss nach der Ziehzeite nichts mehr abgießen und umschütten und nimmt einfach das komplette Sieb aus der Kanne heraus.

Ein Extrafall sind japanische Einhandkannen (ähnliche gibt es auch in China und Taiwan), sogenannte Kyusus. Diese habe in der Kanne, vor der Öffnung, ein Netz aus Edelstahl oder aus Ton integriert. So wird ebenfalls vermieden, dass Teeblätter im Tee landen. Diese Kyusus sind meist maximal 300ml gross und man kann damit weitere Aufgüsse des Tees zubereiten.

Einhandkanne Kyusu kaufen

Japanische Einhandkanne Kyusu zum Direktaufguss von Tee

Japanische Einhandkanne Kyusu zum Direktaufguss von Tee

Glasteekanne von Mono mit großem Teesieb, in dem Tee sich gut entfalten kann.

Glasteekanne von Mono mit großem Teesieb, in dem Tee sich gut entfalten kann.

Glasteekanne von Mono zum Direktaufguss bzw. zum Aufguss mit riesigem Edelstahlsieb.

Glasteekanne von Mono zum Direktaufguss bzw. zum Aufguss mit riesigem Edelstahlsieb.

Teemenge beim Direktaufguss

Selbstverständlich ist dies sehr individuell. Sollten Sie aber bisher nicht direkt aufgießen, dann nehmen Sie bitte bei

  • Großblättrigen Tees (Assam, weiße Tees, Ceylon) mindestens einen Teelöffel pro Kanne, mit einem Liter Fassungsvermögen, weniger.
  • Kleinblättrigen Tees (alle Broken-Tees, viele Darjeeling-, Dooars-, Sikkim-Tees) mindestens einen halben Teelöffel pro Liter weniger.
  • Kräuter- und Früchtemischungen: einen bis zwei Löffel weniger.

Ziehzeit beim Direktaufguss

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Ziehzeit. „Sperrt“ man seinen Tee in Filter jeglicher Art braucht der Tee umso länger sich vollständig zu entfalten. Als Faustregel gilt wohl: Je größer das Teeblatt desto mehr verlängert sich die Ziehzeit bei der bisherigen Methode.
Sobald Sie direkt aufgießen sollten Sie…

  • Schwarztees etwa 30-60 Sekunden kürzer ziehen lassen.
  • Einfache Grüntees etwa 60 Sekunden verkürzen.
  • Hochwertige Grüntees 10-40 Sekunden die Ziehzeit kürzen.
  • Kräuter- und Früchtemischungen 60-90 Sekunden weniger ziehen lassen.

Und falls Ihnen das jetzt ein wenig viel Information auf einmal ist, haben wir hier noch mal die wichtigsten Ziehzeiten und Mengen-Empfehlungen als PDF Teeaufguss für Sie zusammengestellt. Bitte aber nur als grobe Richtlinie begreifen, da jeder Tee seine individuelle Zubereitung benötigt. Wir geben auf dem Etikett auf jeder Teepackung konkrete Empfehlungen zur Zubereitung.

Zum kostenlosen Download: Tee richtig zubereiten: Ziehzeiten, Mengen und Temperatur [PDF]

Für alle, die sich Ideen gerne in Pinterest merken, hier der Pin zum Blogpost:

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