Berber Tee

26. Januar 2017

© Quelle: T. Lieder – Fotolia

Berber-Tee stammt aus Nordafrika. Dort gelten die Berber als die „Ureinwohner“ der Region. Lange bevor Phönizier, Römer, Araber, Vandalen, Franzosen, Spanier und andere Eroberer in die Küstenregionen des Mittelmeers kamen, gab es diese sogenannten Berber: in Mali, Libyen und Ägypten, im Niger, und vor allem im Maghreb. Doch erst die Eroberer prägten den abschätzigen Begriff des „Barbaren“.
Sich selbst bezeichnen sich als „Imaziren“ – als die „freien Menschen“
Heutzutage gibt es noch etwa 36 Millionen Berber, die unterschiedliche Berbersprachen wie Tuareg oder Tarifit sprechen.
Eine Besonderheit der Berberkultur ist ihre Art Tee zuzubereiten.

Was ist Berbertee?

Der Berbertee ist eigentlich eine Teemischung aus Grüntee (meist chinesischer Gunpowder) und Marokkanischer Minze.

Zubereitung

Wie in allen Teekulturen ist die Zubereitung des Berbertees mit Ritualen verbunden. Zunächst wird in einem Topf grüner Tee mit Wasser überbrüht und das Wasser weggegossen. Dies geschieht deshalb, weil dadurch etwaig vorhandener Staub entfernt wird. Dann wird erneut aufgegossen und die Teeblätter etwa eine viertel Stunde lang im Wasser gekocht. Anschließend wird das Teewasser von den Blättern in ein neues Gefäß abgegossen, viel Zucker hinzugegeben und erneut sprudelnd erhitzt. Die frische Minze wird entweder vor dem letzten Erhitzen hinzugegeben oder vor dem Servieren auf die Gläser verteilt. Es gibt viele regionale Varianzen in Bezug auf Mengenangaben, Ziehzeit und Zuckergehalt des Berbertees.

Wichtig ist jedoch stets das Eingießen in die Tasse: Der Tee wird nicht einfach nur ausgeschenkt, Berber gießen ihn in hohem Bogen mehrmals in die Gläser und von dort wieder in die Kanne zurück.
Welcher Sinn steckt dahinter?
Zum einen bildet der Tee durch den hohen Zuckergehalt viel Schaum. Der Schaum hat eine Schutzfunktion und wird nicht mitgetrunken: Da es in der Wüste oft windig ist, bindet der Schaum den umherfliegenden Staub.
Zum anderen entfalten sich die Aromen von Grüntee, Minze und Zucker, da dem Tee durch das Umgießen Sauerstoff zugeführt wird, der als Geschmacksverstärker dient.

Bedeutung der Teezubereitung in der Berberkultur

Der Teezubereitung misst man bei den Berbern eine hohe soziale Stellung zu.
Werden Gäste bewirtet, so ist die Rollenverteilung klar geregelt: Traditionell kümmern sich die Frauen um das Essen, während die Teezubereitung Männersache ist.
Dies gilt für alle Länder, in denen Berber leben. Die Kochprozedur und der gesellschaftliche Anlass, zu dem Tee gereicht wird, unterscheiden sich dabei kaum. Man benötigt keinen besonderen Anlass oder eine bestimmte Tageszeit, um den Tee zu kochen. Dem Familienoberhaupt genügt schon ein Zusammentreffen von Verwandten oder Freunden. Gäste werden in jedem Haus mit frisch gekochtem Tee begrüßt und sollten ihn unter keinen Umständen ablehnen. Das wäre eine schlimme Beleidigung. Es ist durchaus üblich, drei Gläser des zubereiteten Tees zu servieren. Denn es gilt das Motto „Das erste Glas ist bitter wie das Leben, das zweite stark wie die Liebe und das dritte sanft wie der Tod“.

Quelle:
http://www.deutschlandfunk.de/marokko-das-schicksal-der-berber.724.de.html?dram:article_id=269462 [25.01.2017]
https://de.wikipedia.org/wiki/Berber[25.01.2017]

 

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Geschrieben von um 8:00 | Ein Kommentar


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Ein Antwort

  • Yulia sagt:

    Hallo,
    vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich habe heute zum ersten Mal über Berbertee erfahren. Es war sehr interessant über Tradition der Teezubereitung in der Berberkultur zu lesen.
    Schöne Grüße Yulia

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