Auf der Suche nach einer Expertin zum Thema Tee für Schwangere und Stillende stießen wir auf Christina Law-McLean. Die Kinderkrankenschwester lebt mit ihrem Mann drei Söhnen in der Nähe von Bremen. Tee gehört für Christina einfach zum Alltag mit dazu, und das nicht nur, weil sie der Liebe wegen die schottische Teekultur in ihr Haus geholt hat. Aber lest selbst, was Christina mit Tee verbindet.

Stillberaterin Christina Law-McLean

Stillberaterin Christina Law-McLean

Liebe Christina, bitte stelle dich kurz vor.

Ich bin 42 Jahre alt, in zweiter Ehe verheiratet mit meinem schottischen Mann Ralph, einem Golf-Profi. Wir haben  gemeinsam Sohn Sean (4j.). Aus erster Ehe mit meinem englischen Ex-Mann habe ich noch zwei ältere Söhne (23j. & 18j.) Ich lebe also mit zwei Engländern und zwei Schotten in „Little Britain“. Zum Haushalt gehören noch zwei Hunde und ein Pferd (Hobby: Reiten)

Beruflich bin ich Kinderkrankenschwester mit Weiterbildung zur Still-& Laktationsberaterin IBCLC und arbeite sowohl angestellt in einer großen Klinik als auch selbstständig in der Stillberatung. Stillen ist auch das Thema zu dem ich blogge, Onlinekurse anbiete und einen YouTube-Kanal habe. Um meine Patienten noch besser beraten und behandeln zu können mache ich gerade eine Ausbildung zur Heilpraktikerin.

Wie hast du früher in deiner Familie Tee getrunken und welchen Stellenwert/welche Rolle spielte Tee damals für euch?

Meine Eltern und Großeltern waren alle Kaffeetrinker, ich bin sozusagen eine „Spontanmutation“ in meiner Familie. Irgendwann so in der Unterstufe bin ich „auf den Tee“ gekommen. In der Nähe meines Gymnasiums gab es einen „Tearoom“ in dem wir oft Pausen verbrachten. Dort konnte man unter sehr vielen Teespezialitäten auswählen.

Und da mir Kaffee nie schmeckte (nicht mal Mocca-Joghurt oder Mocca Schokolade oder ähnliches schmeckt mir) bin ich Teetrinker geworden.

Du bist mit einem Schotten verheiratet. Trinkt er auch Tee und wenn ja, welchen?

Mein Mann trinkt auch eher Tee als Kaffee. Aber er trinkt nicht soviel Tee wie ich. Wenn er Tee trinkt, dann trinkt er das, was für mich „Alltagstee“ ist: Dunklen starken Tee mit Milch. Er bevorzugt hierbei entweder sehr starken losen Tee (z.B. English Breakfast) oder selbst importierten britischen Beuteltee (PG-Tips). Letzterer ist mit dem deutschen Beuteltee nicht zu vergleichen, er ist viel stärker als alles was hier in Beuteln erhältlich ist.

Welche Teesorten trinkst du gerne?

Auf jeden Fall Schwarztee. Mein Alltagstee ist –wie oben geschrieben- dunkler starker Schwarztee mit Milch. Das kann eine Mischung sein (English Breakfast, English 5 o Clock oder Ostfriesentee) aber gerne auch ein Assam Second Flush. Alltagstee deshalb, weil ich diesen in meiner großen 1,5l Kanne zubereite und dann immer wieder zwischendurch trinke.
Einzeln in einer kleinen Kanne zubereitet trinke ich  sozusagen zum Genießen  und meist eher Nachmittags gerne Darjeeling, sowohl First als auch Second Flush, diesen dann natürlich ohne Milch. Bei meinem Darjeeling bin ich schon ein richtiger Teesnob, da muss es von der Pflückung her schon etwas sehr feines sein und es darf auch etwas kosten.

Wechselst du die Sorten öfter mal oder bleibtst du i.d.R. bei deiner Auswahl?

Beides. Ich habe sowohl Sorten die ich sozusagen immer als Basissortiment habe. Diesen bleibe ich bereits seit über 15 Jahren treu (habe für dieses Interview nachgerechnet)
Einen Assam SFTGFOP1 Mokalbari Second Flush und einen Darjeeling FTGFOP1 Steinthal First Flush

Wenn du experimentierfreudig bist, welche Sorten hast du in letzter Zeit ausprobiert und kannst du empfehlen?

Gerne gönne ich mir beispielsweise mal einen Flugtee. Der letzte den ich da hatte war aus Nepal und überzeugte mich nicht so ganz. Aktuell habe ich einen Darjeeling SFTGFOP1 Risheehat Second Flush ausprobiert, der mir sehr gefallen hat.

© Christina Law-McLean

© Christina Law-McLean

Was ist dir beim Einkauf von Tee wichtig?

Meine Nase, vor allem anderen. Ich muss an der Dose riechen können. Wenn das lecker duftet, ist der Tee schon so gut wie gekauft;)
Ich lege mich nicht unbedingt auf Regionen fest, probiere da auch gerne neues. Ebenso probiere ich auch gerne von Tees von Hilfsprojekten oder Bio-Tees, aber der Geschmack steht für mich im Vordergrund. Wenn mir ein solcher Tee nicht schmeckt, würde ich ihn nicht erneut kaufen.

Kaufst/Trinkst du Tee auch unterwegs, z.B. in Cafés, Hotels etc.? Was fällt dir dabei auf?

Oh, darüber könnte ich schon fast einen Roman schreiben! Da ich keinen Kaffee trinke, trinke ich natürlich auch unterwegs Tee. Allerdings ist das ein ums andere Mal eine herbe Enttäuschung. Wenn ich in einem ganz normalen Restaurant sitze, dann würde ich am liebsten einen dunklen „Alltagstee“ mit Milch trinken, hier wäre ich mit einem Ostfriesentee im Beutel ja schon zufrieden (kommt dem Britischen Alltags-Beuteltee am nähesten). Das ist aber gar nicht so einfach.  Viele Restaurants meinen, sie tun einem etwas Gutes, wenn sie einem einen Beutel-Darjeeling servieren. Darjeeling im Beutel ist für mich in etwa das Äquivalent zu Wein aus dem Tetrapack: Geht gar nicht! Aber selbst wenn das Restaurant einen einigermaßen kräftigen Beutel-Schwarztee hat, ist die nächste Hürde die Milch. Da bekommt man oft 1, maximal 2 abgepackte Döschen Kaffeesahne dazu. Das ist keine Milch und verbessert das Geschmackserlebnis nicht unbedingt. Wenn wir länger unterwegs sind, haben mein Mann und ich also öfters eigenen Tee dabei, manchmal sogar eigene Milch dabei mit der wir dann das servierte heiße Wasser des Restaurants zu „anständigem Tee“ verarbeiten.

Was verbindest du mit einer Tasse Tee? Warum trinkst du sie?

Tee trinke ich im Prinzip zu jeder Gelegenheit, den ganzen Tag lang bis ich zu Bett gehe. Von daher verbinde ich mit der jeweiligen Tasse Tee immer etwas anderes. Kräftiger Assam oder English Breakfast etc. ist für mich das Gleiche wie für den eingefleischten Kaffeetrinker seine Tasse Kaffee: Ohne meine Tasse Tee bin ich morgens nicht ansprechbar.
Meine Darjeelings sind dann eher so wie ein gutes Glas Wein und nur zum Genuß, weniger dazu „den Tag zu begleiten“.
Schwierig wird es für mich, wenn ich keinen Tee trinken „mag“.  Das kommt gottseidank nicht so häufig vor. Das untrüglichste Zeichen schwanger zu sein, ist dass mir plötzlich kein Schwarztee mehr schmeckt. In allen drei Schwangerschaften hatte ich dann ein echtes Problem. Normalerweise trinke ich mehrere Kannen Schwarztee am Tag. Das von jetzt auf gleich zu ersetzen ist gar nicht so einfach. Andere Teesorten konnten das nicht immer so leisten und ich musste mich mit Mineralwasser etc. über die Zeit retten. Sobald meine Kinder geboren waren freute ich mich wieder auf meine Tasse Schwarztee.

Welchen Tee trinkst du, wenn du schnell wach werden willst?

Starken richtig dunklen kräftigen Schwarztee

Und welchen zur Entspannung?

Eher Darjeeling….aber auch andere Tees.

Tee mit Koffein trinke ich …

© Christina Law-McLean

© Christina Law-McLean

Jederzeit – ich kann immer schlafen!

Du hast 3 Kinder (23j., 18j. und 4j.). Trinken sie auch Tee und wenn ja, welche Sorten? Was ist dir wichtig, wenn du Tee für deine Kinder einkaufst?

Meine großen beiden sind auch beim Teetrinken ganz britisch und lieben kräftigen dunklen Schwarztee. Mein ältester hat zeitweise auch mit Grüntee herumprobiert, da ein Komilitone ihm das in der Klausurzeit zur Konzentrationsförderung empfohlen hat. Aber sein Experiment war nicht von langer Dauer. Der Kleine trinkt noch keinen Tee, da in unserem Hause Keiner so wirklich Früchtetees oder Kräutertees mittrinkt.

Du arbeitest als Stillberaterin und hilfst Müttern dabei, Stillprobleme zu überwinden. Ich nehme an, da musst du bei der Auswahl von Tees und Kräutern sehr vorsichtig sein, wenn du zusammen mit deinen Klientinnen eine Tasse trinken willst. Was geht immer? Und was gar nicht?

In der Klinik in der ich arbeite und auch meine Sprechstunde halte steht immer etwas Stilltee (Kräuterteemischung, häufig mit Bockshornkleesamen) zur Verfügung. Wobei- in Maßen genossen- auch Schwarztee in Ordnung wäre. Das Einzige was ich stillenden Müttern die auch weiterhin stillen möchten empfehle zu vermeiden ist Salbeitee und eventuell auch Pfefferminztee. Salbeitee setze ich wenn dann therapeutisch ein um die Milchmenge zu reduzieren.

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Liebe Christina,

hab vielen Dank für diesen spannenden Einblick in euren original englischen Tee-Haushalt. Vor allem beim Frühstück mit Bacon und Eggs hätten wir uns sehr gerne dazu gesetzt.

Hab weiterhin soviel Spaß am Tee und erzähl uns beizeiten, ob dein Kleinster auch noch auf den Tee-Geschmack kommt.

Mit herzlichen Grüßen aus Nürnberg

Julia und Alexander

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Wer mehr über Christina erfahren möchte oder sich zum Thema Entspannt Stillen informieren will, der findet alle Informationen dazu hier:

Website Entspannt Stillen | Onlinekurse | Christina auf Youtube