Wer denkt, dass die Wetterkapriolen dieses „Sommers“ in Europa frustrierend sind, der sollte sich geschwind zum Teehändler seines Vertrauens begeben. Dort wird der vom Wetter genervte Linderung erfahren. Es ist nämlich frustrierend mit anzusehen, wie in Fernost das Wetter regelrecht Kopf steht. Schon seit Monaten reiht sich eine Hiobsbotschaft an die nächste. Als uns Anfang April die ersten Meldungen vom ausbleibenden Regen in Nordindien erreichten, konnte noch keiner ahnen was dann folgen sollte.

Nachdem es gelungen war, den widerwärtigen Zuständen mehr als passable First Flush-Tees abzutrotzen (in Darjeeling regnete es erst gar nicht, dann zögerlich um kurz darauf die Regenmenge wieder auf Null zu setzen), wartete die Teeernte Chinas schon mit erneuten Rückschlägen auf. Wie wahrscheinlich durch Funk und Fernsehen bekannt, hatte der Regen in Fernost sich nicht gänzlich verabschiedet. Er hatte schlicht beschlossen, in diesem Jahr einfach nur über den chinesischen Teeprovinzen abzuregnen. Dann kamen die ersten Muster und die entsprechenden Einkaufspreise. Nachdem die Mengen und Qualitäten, dem Wetter entsprechend, mäßig ausgefallen waren, stiegen die Preise für die wenigen herausragenden Tees zum Teil ins Unermessliche. Deswegen mussten wir in diesem Jahr schweren Herzens einige unserer Lieblingstees aus dem Sortiment nehmen.

Um dieses schwierige Teejahr zu komplettieren haben die Japaner beschlossen in die Steinzeit zurückzufallen – zumindest, was den Tee betrifft. Sie taten es manchen indischen und chinesischen Teepflanzern gleich und hantierten mit Pestiziden, die teilweise schon viele Jahre aus dem Handel verschwunden waren. Zumindest dachten sie nicht daran, dass in Deutschland, anders als in den meisten anderen Staaten, immer noch auf diese Stoffe hin kontrolliert wird. Natürlich ist das einerseits für einen Teebauern existenzbedrohend wenn er sein bisschen Ernte noch retten will, aber unsere Gesetzgebung hat da (zum Glück für die Kunden) keine Gnade und diese Muster sind folglich nicht verkehrsfähig. Viele Rückstandskontrollen später ist z. B. mein Lieblingssencha Yonkon endlich auf der Reise und wird mit acht Wochen Verspätung in Nürnberg eintreffen.

Es bleibt nur die Hoffnung, dass 2011 für uns alle, und ich schließe da natürlich auch die Produzenten mit ein, ein ertragreicheres und lebendigeres wird als 2010. Für unsere geschundenen, mitteleuropäischen Seelen wünsche ich uns außerdem mehr Sonne, damit es wieder um Tee geht und nicht jedes Gespräch mit einem „also dieses Wetter…“ beginnt.

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