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Geschichte des Rotbuschtees: vom Busch in den Teebeutel
Schon der Botaniker Carl Thunberg erwähnte die Pflanze Rotbusch im Jahr 1772 als Heilpflanze der Khoisan. Im Jahr 1904 begann der russische Teehändler Benjamin Ginsberg mit der Vermarktung des Aufgussgetränks in Südafrika und in Europa, nachdem er entdeckte, dass die südafrikanischen Ureinwohner die Zweige zu Tee weiterverarbeitet hatten. 1930 entwickelte der Arzt und Botaniker Dr. Petter le Fras Nortier zusammen mit Bauern Methoden, um Rotbusch auf Feldern zu kultivieren. Der Beginn der Rotbusch-Anbaus n den südafrikanischen Zederbergen war gemacht. Rotbusch oder Rooibos (lat. Aspalathus linearis) wächst auch heute in den Zederbergen, rund um die Städte Clanwilliam und Citrusdal im Südwesten der Republik Südafrikas.

Als in den 1950er Jahren der Preis für Rotbusch einbrach, gründete sich das staatliche Redbos Tea Control Board – es sollte Produktionsmenge, Hygiene und Qualität des Rotbusch-Anbaus dokumentieren und kontrollieren. Dies Institut ist seit 1993 privatisiert und erforscht noch immer – zusammen mit der Universität in Stellebosch die Rotbusch-Forschung.

In Südafrika wird der Tee nicht nur als Getränk, sondern auch zum Kochen und Backen verwendet. Auch als Heilmittel für verschiedene Krankheiten oder zu kosmetischen Zwecken (z. B. zum Färben der Haare) wird Rotbuschtee verwendet.

Für Südafrikaner ist Rotbuschtee zu einem Nationalgetränk geworden. In Deutschland schätzen ihn Teetrinker besonders wegen seines milden und fruchtig süßen Geschmacks. Auch in den USA und Japan ist Rotbusch-Tee, teils pur, teils in kreativen Mischungen mit Früchten und Kräutern, sehr beliebt.

Was ist Rotbuschtee?
Das rötlich schimmernde Aufgussgetränk ist in Deutschland unter folgenden Namen zu finden: Rotbuschtee, Rooibos, Redbos, Massaitee, Buschmannstee, Redbuchsie, Redbusch, Koopmans-Tea.
Die Pflanze des Rotbuschs gehört zu den Hülsenfrüchten, auch Leguminosen (lat. Fabaceae) genannt. Es gibt circa 200 Arten der Leguminosen in Südafrika, wovon nur die Sorte „Linearis“ für den Verzehr geeignet ist. Die Pflanze ähnelt im Aussehen dem Besenginster. Was die Pflege betrifft, ist Rotbusch relativ anspruchsvoll. In den Zederbergen – einem Sandstein-Gebirgszug, das sich 200 km nördlich von Kapstadt befindet – herrschen ideale Bedingungen für das Wachstum der Rotbusch-Pflanzen. Die Pflanzen können zum ersten Mal nach 18 Monaten geerntet werden und liefern dann für ca. 8,9 Jahre gute Erträge.

Neben dem rötlich gefärbten Rotbusch-Tee gibt es auch den Greenbosh-Tee. Dieser grüne Rotbuschtee wird im Gegensatz zum Rotbuschtee nicht fermentiert, stammt aber von der gleichen Pflanze. Verwandt zum Rotbusch-Pflanze ist der Honeybusch – er liefert einen feinen, hellfärbenden Aufguss. Diese Pflanze wächst wild im südafrikanischen Gebirge und entwickelt zarte gelbe Blüten.

Ernte und Verarbeitung
Die Zweige für die Teeproduktion werden während der Ruhephase der Rotbusch-Pflanzen von Sommer bis zum Frühherbst geerntet. Dies geschieht überwiegend von Hand mit Sicheln, ab und an nutzen die Teebauern auch Maschinen zur Rotbusch-Ernte. Die Zweige werden zunächst gebündelt und zur Sammelstelle gebracht, danach in kleine Teile geschnitten, gequetscht und mit Wasser befeuchtet. Im warmen Klima der Region fermentiert dieser Brei nun acht bis 24 Stunden lang. Bei dieser Fermentation (lat. Fermentum, „Gährung“) erhält der Rotbuschtee seine rötlich-braune Farbe und entwickelt sein fruchtiges Aroma. Im Anschluss an die Fermentation wird der Tee getrocknet und mit Hilfe von Sieben und von Wasserdampf gereinigt.

Zubereitung und Sorten
Um Rotbuschtee zuzubereiten, überbrüht man pro Tasse einen Teelöffel (oder pro 1 L vier Teelöffel) mit kochendem Wasser und lässt den Aufguss 2-4 Minuten ziehen. Je dunkler der Tee färbt, desto aromatischer schmeckt er. Zu empfehlen ist es, Rotbuschtee offen zu kaufen, z. B. im Teeversand. Das gewährleistet eine gute Qualität. Wenn Sie sehen können, welchen Tee Sie aufbrühen, dann wissen Sie, was Sie trinken. Oft enthalten Teebeutel Rotbuschtee minderer Qualitätsstufen. Die fein gemahlenen Rotbuschstückchen verlieren schneller an Aroma als die gröberen Stücke in offenem Tee.

Wer mag, verfeinert den Rotbuschtee noch mit Kandis oder Milch. Auch als Eistee eignet sich Rotbuschtee gut, zum Beispiel gemischt mit Fruchtsäften. Rotbusch- oder Honeybosh-Tee wird nicht nur als reiner Tee verkauft, sonder ist auch als aromatisierte Mischung mit Blüten, Fruchtstückchen und Aromen sehr beliebt. Aufbewahren sollte man Rotbuschtee in trockenen Dosen (besser keine Gläser), da zu viel Licht dem Tee schadet.

Inhaltsstoffe und Wirkung von Rotbuschtee
Rotbuschtee ist eine der Teesorten, die kein Koffein und nur wenig Gerbstoffe enthalten. Ein Grund warum vor allem Schwangere und Mütter mit kleinen Kindern gerne Rotbuschtee trinken. Auch für Menschen mit Bluthochdruck eignet er sich gut.

Rotbuschtee enthält eine Vielzahl von Vitaminen und Mineralien wie Kalium, Kupfer, Natrium, Eisen, Fluor, Vitamin C, Rutin und Phenolsäure. Er enthält außerdem so genannte Flavonoide (ERKL), die krampflösend auf die Darmmuskulatur wirken und deshalb ein guter Helfer bei kindlichen Koliken sind.
Bei Sportlern ersetzen der Tee Mineralien und Salze, die beim Schwitzen verloren gehen. Wer Entzündungen im Mund- oder Rachenraum hat, sollte die antibakterielle Wirkung des Rotbuschtees beim Gurgeln oder Trinken nutzen. Im Mund ist der Tee auch wegen seines hohen Fluor-Gehalts sinnvoll, den Fluor hilft, Karies vorzubeugen.

Auch gegen Depressionen, Schlafstörungen und Kopfschmerzen wird Rotbusch-Tee empfohlen – bei diesen Beschwerden wirken sich die Inhaltsstoffe Querzitin und Querzitrin positiv aus. Der hohe Eisengehalt im Rotbuschtee kann helfen, Blutarmut, z. B. bei Schwangeren, zu bekämpfen. Bei Schwangeren soll Rotbuschtee außerdem die Bildung von Muttermilch unterstützen und die Versorgung des noch ungeborenen Babys mit Mineralien verbessern. Vermutet, aber nicht belegt, sind die Wirkung des Rotbuschtees gegen Alterungsprozesse und gegen Krebs.

Inhaltsstoffe einer Tasse Rotbuschtee:

  • 0,07 mg Eisen
  • 0,22 mg Fluor
  • 7,12 mg Kalium
  • 1,09 mg Kalzium
  • 0,07 mg Kupfer
  • 1,67 mg Magnesium
  • 0,04 mg Mangan
  • 6,16 mg Natrium
  • 0,04 mg Zink
  • 99 ätherische Öle

Noch nicht genug vom Rotbuschtee? Dieser Artikel befasst sich mit mit einer ganz besonderen Kundenanfrage: Der Doktor warnt vor Rotbusch-Tee

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