Laut Weltgesundheitsorganisation leiden sehr viele Menschen an Bluthochdruck (Hypertonie). Jährlich sterben weltweit siebzehn Millionen Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gegen den Bluthochdruck gibt es diverse wirksame Medikamente, doch auch Grüner Tee kann hier eine natürliche Alternative sein.
Ob Tee wirklich blutdrucksenkend wirken kann, klären wir in diesem Artikel.

Bluthochdruck: Erst schmerzlos, dann lebensbedrohlich

Um das Blut durch den gesamten Körper pumpen zu können, braucht es einen bestimmten Druck. Idealer Weise liegt der Wert bei 120/80 Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg). Der erste Wert bezeichnet den systolischen Druck und misst die Auswurfleistung des Herzens. Der zweite Wert bezeichnet den diastolischen Blutdruck, der den Entspannungsdruck des Herzens misst.

Leider ist der Blutdruck nicht immer auf dem richtigen Niveau. Manchmal ist er über einen längeren Zeitraum zu niedrig, in wesentlich mehr Fällen jedoch ist er zu hoch. Hier spricht man dann von Bluthochdruck oder Hypertonie. Auf Dauer beschädigt ein zu hoher Blutdruck Herz und Gefäße und kann irgendwann zu Schlaganfall und Herzversagen führen.

Eine erste Vorsorgemaßnahme ist es bei Verdacht den Blutdruck regelmäßig zu überwachen und Risikofaktoren wie Nikotin und Stress zu minimieren. Man sollte also seinen Blutdruck regelmäßig überwachen, auf Risikofaktoren wie zu viel Stress und Nikotin verzichten und Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Besonders am Anfang kann hoher Blutdruck durch Grünen Tee positiv beeinflusst werden.

Grüner Tee blutdrucksenkend: Kann das wirklich sein?

Wird der Wasseranteil im Blut geringer, reduziert sich die Pumparbeit fürs Herz. Es muß weniger Flüssigkeit durch den Körper pumpen. Das entlastet das Herz und der Blutdruck senkt sich automatisch. Belegt durch viele wissenschaftliche Studien, können insbesondere die bekannten japanischen Sorten Gyokuro, Sencha und Bancha positive Effekte auf die allgemeine Gesundheit und auch auf Bluthochdruck und kardiovaskuläre Probleme haben. Grüner Tee kann beispielsweise:

  • die Bildung von Gefäßablagerungen reduzieren
  • die Elastizität der Blutgefäße steigern
  • den Stoffwechsel verbessern
  • die Produktion von zu viel Angiotensins (Stoff der Bluthochdruck erzeugt) vermindern
  • zur Fließfähigkeit des Blutes beitragen
  • die Pumpfunktion des Herzens verbessern.

Zudem wirkt sich Grüner Tee positiv auf den Wasserhaushalt des Körpers aus, da er eine entwässernde Wirkung aufweist. Dies macht Grünen Tee zur perfekten Basis für Entschlackungs- oder Entwässerungstees. Auch Oolong-Tee und Brennesseltee haben eine harntreibende Wirkung, ebenso wirkt grüner Hafertee sehr entwässernd, sie haben ebenfalls das Potential den Blutdruck zu senken und die Verdauung anzuregen.

Der im Grünen Tee enthaltene pflanzliche Wirkstoff EGCG hilft im Besonderen beim Senken des Blutdrucks. Dies war auch schon den alten Chinesen bekannt, weswegen Grüner Tee in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bei Bluthochdruck schon seit Jahrtausenden Anwendung findet. Zusätzlich stimuliert Grüner Tee die Thermogenese, dies erhöht den Grundumsatz (Menge des Kalorienverbrauchs im Ruhezustand), weshalb das Teetrinken den Abbau von Übergewicht begünstigt. Bei Männern kann sich der Genuss von Grünem Tee zusätzlich günstig auf das Schlaganfallrisiko auswirken, bei Frauen ist diese Wirkung sogar wissenschaftlich bewiesen*.

Grüner Tee und hoher Blutdruck

Tee kann bei der Behandlung von hohem Blutdruck unterstützend wirken. Doch zu viel Tee kann andererseits auch wieder schaden. Von schwarzem Tee weiß man, dass er in Maßen blutdrucksenkend wirkt, eine Überdosierung aber gefäßverengende Wirkung besitzt. Dies fördert genau das Gegenteil und erhöht den Blutdruck wiederum.
Ebenso problematisch kann das in Tee enthaltene Koffein sein.
Auf Menschen, die normalerweise keine koffeinhaltigen Getränke zu sich nehmen, kann das enthaltene Koffein kurzzeitig den Blutdruck steigern lassen. Denn der Gewöhnungseffekt stellt sich erst nach mehreren Wochen regelmäßigen Teetrinkens ein.

Der Vorteil von Grünem Tee gegen Bluthochdruck liegt auf der Hand: Grüner Tee enthält zwar auch viel Koffein, doch durch die Flavonoide, die zusätzlich enthalten sind, wirkt das Koffein schonender und gleichmäßiger im Körper. So tritt die gefäßverengende Wirkung weniger intensiv auf.

Wann wirkt Grüner Tee unterstützend bei hohem Blutdruck?

  • Entscheidend ist vor allem die Qualität des Grünen Tees. Er sollte naturbelassen geerntet und verarbeitet werden, um somit seine wertvollen Inhalts- und Aromastoffe zu erhalten.
  • Werden bereits blutdrucksenkende Medikamente eingenommen, sollte man auf jeden Fall Rücksprache mit dem Arzt halten und den Blutdruck regelmäßig messen. Dann kann Grüner Tee die Steigerung des Wohlbefindens fördern und positiv zur Behandlung von Hypertonie beitragen.
  • Damit Tee seine blutdrucksenkende Wirkung entfalten kann, sollte er regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg mehrmals täglich getrunken Zwei bis dreimal pro Tag ist ideal. Am besten zu den Hauptmahlzeiten.
    Wichtig ist dabei, sich an diese Menge zu halten, da eine Überdosierung negative Wirkung hervorrufen kann.
  • Bei der Zubereitung des Tees sollten Sie sich dabei an den Empfehlungen des Herstellers Wenn Sie lieber eine koffeinarme Alternative mit der gleichen Wirkung zu sich nehmen wollen, fragen sie den Teehändler ihres Vertrauens.

Zusammenfassend gilt:
Täglich drei Tassen blutdrucksenkender Tee kann gegen zu hohem Blutdruck helfen. Dies gilt besonders dann, wenn Ihr Blutdruck systematisch leicht erhöht ist.
Sollte Ihr Blutdruck jedoch stark erhöht sein oder Sie bereits blutdrucksenkende Medikamente einnehmen, ist vorher eine Absprache mit Ihrem Arzt notwendig, um etwaige Wechsel- oder Nebenwirkungen auszuschließen.

 

 

 

Interessante Folgen von Bluthochdruck kann es auch geben, wie hier in einer japanischen Teewerbung gezeigt:

Titelbild: © frolicsomepl / Pixabay.com

*Quellen: www.herzstiftung.de; www.bluthochdruck-hilfe.net

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