China gilt als die älteste Teekultur weltweit, und gemäß einer chinesischen Legende fielen zufällig einige Blätter des Teestrauchs in die Tasse eines chinesischen Kaisers, der gerade heißes Wasser trank. Die darauf folgende Vorliebe der Kaiser für dieses Getränk war die beste Werbung. Seither setzte sich Tee in China durch und wurde zum Nationalgetränk.
Während der Kulturrevolution (1966-1976) wurde die öffentliche Teezeremonie in den Teehäusern unterbunden. Doch in den Familien wurden die Riten und Bräuche in Bezug auf den Teegenuss beibehalten und überlebten die Unterdrückung.

Geschichte der Teezeremonie

Bei einer Teezeremonie ist es ganz wichtig, wie der Tee zubereitet wird. Die Art und der Weise der Zubereitung hat sich aber über die Jahrhunderte hin entwickelt.
Während der sogenannten Tang-Phase (618-907) wurde begonnen den Tee nicht mehr ausschließlich als Medizin zu sich zu nehmen, sondern Teegenuss etablierte sich neben Malerei, Kalligraphie und Lyrik als Kunstform.
Zu dieser Zeit war es üblich mit einer Prise Salz versetzen Pulvertee zu verwenden. Dieses Gemisch wurde so lange mit Wasser aufgekocht, bis die Flüssigkeit entsprechend gefärbt war. Wegen des Salzes heißt die Zeit heute auch „Schule des gesalzenen Pulvertees“.
Während der späteren Song-Dynastie wurde die Zubereitung etwas verändert: man goss den Tee mit kochendem Wasser auf und ein Teemeister schlug ihn mit einem kleinen Bambusbesen schaumig. Die Qualität des Teemeisters drückte sich durch die Haltbarkeit des Schaumes aus. Je haltbarer, desto besser. Dies war die Phase mit dem Namen „Schule der geschäumten Jade“ .
Erstmals in der Ming-Phase traute man sich an die Verwendung ganzer Teeblätter heran, was der Phase den Namen „Schule des duftenden Blattes“ bescherte.  Zu dieser Zeit wurde neben grünem Tee auch erstmals Oolong Tee verwendet. Diese eigene Teezeremonie erhielt den Namen „Gongfu Cha“ und wird bis heute durchgeführt.

Ablauf einer chinesischen Teezeremonie

Die Gongfu Cha, die chinesische Teezeremonie beginnt zunächst damit, dass der Teemeister die Kanne und auch die Teeschalen mit heißem Wasser ausspült. Dies dient der Reinigung und des Vorwärmens der Kanne. Nun werden Oolong-Blätter in die Kanne gegeben und mit Wasser aufgegossen. Dieser erste Aufguss heißt „Aufguss des guten Geruchs“ und wird sofort in die Schalen gegossen aber nicht getrunken. Der erste Aufguss hat den Zweck die Blätter zu öffnen und einen Teil der bitteren Geschmacksstoffe zu lösen.
Der zweite Aufguss, der „Aufguss des guten Geschmacks“ wird nach etwa 10 bis 30 Sekunden in die Teeschalen gegossen. Dies kann je nach Teequalität bis zu 15 mal wiederholt werden.  Diese „Aufgüsse der langen Freundschaft“ ziehen immer 10 Sekunden länger als der vorherige Aufguss. So hat jeder Aufguss ein anderes Aroma und einen anderen Geschmack.

In China wird grüner Tee bevorzugt getrunken, wobei es regionale Unterschiede und speziele Vorlieben gibt. In Peking findet zum Beispiel Jasmin Tee bei der Teezeremonie Verwendung wohingegen in der der Provinz Fujian  vorwiegend schwarzer Tee getrunken wird.
Im Norden Chinas würzen mongolische Hirten ihren Tee mit Milch und Salz, in Südchina werden Fruchtstücke mit dem Tee gekocht. Und die Bewohner der Provinz Hunan wiederum aromatisieren mit Ingwer, Sesam und Sojabohnen das Teearoma. Ist der Tee ausgetrunken, werden diese Reste gegessen.

Teegeschirr und Zubehör

Benutze man ursprünglich einfache Teeschalen und Kessel für die Teezeremonie, wurde mit zunehmender Entwicklung der Teezeremonie auch das Geschirr wertvoller. Aus der einfachen rötlichen Keramik entwickelten sich kunstvoll verzierte Kannen aus Porzellan in verschiedensten Größen und Formen. Als die Perfekte Gestalt gefunden war, wurden sie durch filigrane Kaligraphien zu Kunstwerken gemacht.

Marco Polo war nicht ganz unbeteiligt an der Entdeckung dieser künstlerischen Kostbarkeiten. Doch der chinesische Kaiser sicherte sich rechtzeitig das Monopol am weißen Gold und seiner Herstellung. Der Export des Porzellans füllte die königlichen Kassen. Während der Kulturrevolution jedoch wurde die Porzellanherstellung als reaktionär verurteilt, was das Todesurteil für diese alte Kunst bedeutete.

Bedeutung der chinesischen Teezeremonie

Für Chinesen sind Ehre und Wertschätzung wichtige Gesten. Jemandem eine Tasse Tee anzubieten, ist in der chinesischen Kultur gleichbedeutend damit, ihm besondere Ehre teilwerden zu lassen. Egal ob die Ehrerbietung einem geschätzten Gast gilt oder ob die jüngere Generation der älteren damit ihre Dankbarkeit und Wertschätzung entgegen bringen möchte.
Dies war so stark in der chinesischen Kulturverwurzelt, dass die Teekanne einem Statussymbol gleichkam. Je teurer das Material der Teekanne war, je höher war die gesellschaftliche Abstammung. Während Tagelöhner ihren Tee aus einer Zinnkanne tranken, bekamen die höher gestellten Gäste ihren Tee in Porzellanschalen mit Deckeln serviert.
Außerdem entschied die Fähigkeiten Tee zu kochen darüber, wen man heiraten durfte. Schwiegereltern erwarteten besondere Fähigkeiten auf diesem Gebiet von der zukünftigen Schwiegertochter.
Auch heute noch besitzen Tee und Teezeremonie eine große Symbolik innerhalb der chinesischen Familientradition.


Quelle

http://www.tee-magazin.de/chinesische-teekultur [17.03.16]
https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Teekultur [17.03.16]
http://www.paperandtea.com/de/tee-aus-china [17.03.16]

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