Schwarzer Tee ist in Europa sehr beliebt, woher kommt er jedoch und wie wird er hergestellt? Wir haben recherchiert und interessante Fakten zur Produktion, Geschichte und Herkunft gesammelt.

Schwarzer Tee Herkunft

„Camellia Sinensis“, die Pflanze aus der man Schwarztee herstellt, wächst in unterschiedlichen Regionen auf der Welt. Die wichtigsten Anbaugebiete sind:

Außerdem baut man u.a. auch in der Türkei und in Russland Tee an. In Europa auch auf der Insel Sao Miguel (Azoren). Zunächst trank man in Europa nur Grünen Tee, die Briten brachten dann aus Indien, Sri Lanka und Afrika den Schwarztee mit, der sich seitdem hoher Beliebtheit erfreut. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es Schwarzen Tee in Deutschland. Schwarzer Tee, Grüner Tee und Weißer Tee sind alle Ergebnis der gleichen Pflanze „Camellia sinensis“, die verschiedenen Teesorten entstehen durch die unterschiedliche Herstellung.

Wie wird Schwarzer Tee hergestellt?

Die Produktion von Schwarzem Tee lässt sich in sechs Schritte unterteilen.

1. Ernte

Bei der Ernte von Schwarzem Tee gilt die Regel „two leaves and a bud“, das bedeutet, dass nur die Knospe mit den zwei oberen Blättern des Blatttriebs geerntet wir. Das ist die orthodoxe Methode der Schwarzteeernte, die ausschließlich von Hand erfolgenen kann, da Maschinen diese filigrane Arbeit nicht leisten können. Für die Massenproduktion, zum Beispiel für günstigere Tee-Qualitäten, Mischungen und oft auch für Teebeutel, werden im großen Stil Erntemaschinen eingesetzt.

2. Welken

Nach dem Pflücken der Blätter breiten man diese auf Welkgestellen aus, belüftet mit Ventilatoren lässt man die Blätter 10 bis 20 Stunden liegen. Nach dem Welkprozess verringert sich der Wasseranteil in den Blättern von 73-80% aud 60-65%. Das ist wichtig für die spätere Qualität des Tees.

3. Rollen

Im Anschluss an das Welken erfolgt das Rollen der Teeblätter. Das sorgt dafür, dass die Blattzellen aufbrechen und Zellsaft austritt. Das ist besonders entscheidend für Farbe und Aroma des Schwarztees.

4. Fermentieren / Oxidieren

Bereits beim Welken und Rollen entstehen chemische Reaktionsprozesse, die ihren Höhepunkt beim Oxidieren erreichen. Dieser Prozess dauert zwei bis fünf Stunden und ist verantwortlich für das typische Aroma des Schwarzen Tees.

5. Trocknen

Nun geht’s für die oxidierten Teeblätter für 20 bis 25 Minuten in den Heißlufttrockner. Hier herschen Temperaturen um 95°C. Das stoppt den Oxidationsprozess und reduziert den Feuchtigkeitsgehalt der Teeblätter aud drei bis vier Prozent. Der Tee ist somit haltbar gemacht und er erhält seine charakteristische dunkle Farbe durch den Zellsaft, der an den Blättern trocknet.

6. Sortieren

Im letzten Schritt sortiert man den getrockneten Tee. Eine mechanisches Sieb trennt größere von kleineren Teeblättern, so entstehen dann die verschiedenen Gradierungen des Tees. Damit unterscheidet man die verschiedenen Blattqualitäten von ganzem Blatt, Broken, Fannings und Dust.

 

Ganz schön aufwändig, die Schwarztee-Produktion. Aber wenn man weiß, wie viel Arbeit darin steckt, dass wir hier eine Tasse Schwarzen Tee genießen dürfen, dann schmeckt er umso besser und man genießt mit mehr Bewusstsein und Wertschätzung.

Wer mehr über die Zubereitung von Schwarztee wissen will, wird hier fündig.

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Produktion von Schwarztee

Titelbild: © Khoo Eng Yow / istockphoto.com

 

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