Nachdem vor zwei Wochen die Dame des Hauses von ihrem Tag in und um den Teeladen erzählt hat, ist heute der Teemann dran. Alexander hatte das Geschäft übrigens Anfang der 90er Jahre von seiner Mutter Eva Maria (daher auch unser Name) übernommen und ist seitdem Inhaber des Geschäfts. Seine Stammkunden kennt er deshalb schon fast in und auswendig. Kaum stehen sie in der Tür und haben noch kein Wort gesprochen, da geht Alexander schon zur richtigen Teedose, um den passenden Grüntee oder Darjeeling abzufüllen. Lieblingstee bleibt eben Lieblingstee. Heute also ein Tag im Leben des Teemanns. Start, wie immer bei uns, ziemlich früh.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Julia

Wir in unserem Teegeschäft

Schätzchen, mach die Augen für’s Foto auf. Soooo? Ja, soo. 🙂

Freitag 8.4.2016
Die ganze Nacht gefiebert und dann …

4:30 Uhr
Der kleine Bub braucht seine Flasche, also erstmal Klamotten gewechselt (im Affenzahn, da der Kleine sehr deutlich macht, was er von Verzögerungen hält).

bis 6:30 Uhr fiebriges Herumwälzen und der Kleine beendet die Nacht mit fröhlichem Glucksen (die beste Ehefrau von allen gibt mir noch ne halbe Stunde Zuschlag, Danke!)

7:30 Uhr
Jetzt passt dem großen Bub irgendwas nicht. Lautstark ist deutlich untertrieben für dieses Geplärre, also raus aus dem Bett  (vorsichtshalber messe ich keine Temperatur, sonst bekomme ich nur Hausarrest von der Teefrau).

9:15 Uhr
Ich komme etwas verspätet mit dem Großen im Kindergarten an und werde in Elterngespräche verwickelt. Verzweifelt versuche ich mich rauszuwinden, aber das interessiert weder die anderen Eltern, noch die Erzieherinnen.

9:40 Uhr
Nur zehn Minuten zu spät und es stehen schon Leute vor dem Laden. Es stellt sich heraus, dass das keine unzufriedenen Kunden sind, sondern die Damen des Second Hand-Kinderladens der NOA, denen wir regelmäßig Kinderkleidung und Spielzeug spenden. Habe ich schon erwähnt, dass wir das Geschachere bei Baby-Basaren hassen?! Der ganze Aufwand für Preise von 50 Cent bis 3€. Da spenden wir lieber Alles und tun was Gutes.

10:00 Uhr
Die beste Ehefrau von allen sagt jetzt sicher, dass ich wieder mal schwafle. Erst mal ne Tasse Tee (Shincha von den Matsumotos), aber ich schmecke nicht viel durch die Erkältung. Viel schlimmer ist, dass ich jetzt echt auch noch Halsschmerzen kriege. Meine Vorfreude auf das Icehockey Play-Off-Spiel heute abend, wenn auch nur vor dem TV, schwindet. Ich will eigentlich lieber wieder heim.

1 Tag im Teegeschäft

10:30 Uhr
Ausgerechnet heute türmen sich die Online-Bestellungen im Laden, in kurzen Abständen werden tolle Grüntees von Marimo und Kyoko geliefert. Dann kommen noch drei große Pakete aus Hamburg mit Darjeeling, Assam und etlichen aromatisierten Tees. Ich bin versucht, das alles bis morgen liegen zu lassen. „Das kann doch die Kollegin (alias meine Schwester) morgen machen“ flüstert ein Teufelchen mir ins Ohr. Nein, das wäre unfair und es stünde alles voll. Also räume ich noch alles weg.

Bis 12:00 Uhr alle Onlinebestellungen aus dem Teeshop fertiggemacht und mit GLS versandt.
Mittagesssen (vegetarische Suppe) und dann eine Premium Cola hilft, um mich einigermaßen auzupäppeln.

Bis 14:30 Uhr
Alles ausgepackt und verstaut. Zum Glück war kein Bruch oder Fehlartikel dabei. Ich hasse diese Mails an Lieferanten, die damit verbunden wären. Heute würden sie mir den letzten Nerv rauben.

Immer wieder zwischendurch: Kunden im Laden und Fragen jeglicher am Telefon oder per Mail. Herrgottnochmal, das war aber früher schon einfacher. Tür aufsperren und Kunden bespaßen, basta. Zwischendurch ein paar Tassen Tee und vielleicht mal ein Vertreter (die gibt es heute gar nicht mehr, was machen die eigentlich heutzutage?).

1 Tag im Teegeschäft

Puh, der Teemann ist k.o. und braucht dringend eine Kolb-Brezen-Pause.

16:00 Uhr
der Tiefpunkt ist erreicht. Ich müsste jetzt noch die ein oder andere Onlinebestellung bearbeiten und bei Lieferanten bestellen. Ich setze mich erst mal und werfe erneut zwei Paracetamol ein, um wenigstens nicht umzufallen.

16:50 Uhr
Ich beschließe vorzeitig zuzumachen, es geht einfach nicht mehr.

17:10 Uhr
die beste Ehefrau von allen begrüßt mich erstaunt zu hause. Ich lächle kurz und verschwinde aus Sofa. Großer Fehler, denn das ermuntert jetzt nur die Kids, dass offensichtlich der richtige Zeitpunkt wäre, sich gemeinsam auf mich zu werfen. Uff, bitte, aua, heute nicht…

19:30 Uhr
Der kleine Bub ist im Bett und ich schaue, dass ich vor den TV komme. Play-Offs gegen Wolfsburg, die Ice Tigers MÜSSEN gewinnen, sonst sind sie raus.

23:20 Uhr
Ich wollte seit Stunden im Bett sein, aber jetzt endlich, in der zweiten Verlängerung, trifft der Capitano Patrick Reimer und ich werde kurz laut, wecke aber niemanden. Glückliches Ende eines langen Tages.