Japan ist ein Land voll Traditionen und spannender Kultur. Die Einflüsse des Buddhismus, die Geschichte des Tees in Japan und das Lebensgefühl der Einheimischen haben wir in diesem Blogpost zusammengefasst.

Geschichte des Tees in Japan

In China war Tee schon lange sehr bekannt, doch erst mit der Ausbreitung des Buddhismus gelang dem Tee der Durchbruch und so kam er im Jahr 552 mit buddhistischen Mönchen von China nach Japan. Im Buddhismus galt Tee als Gesundheitselixir, das den Mönchen bei der Meditation half und ein langes Leben versprach. Viele Japaner studierten den Buddhismus in China und kehrten dann – mit Tee im Gepäck – nach Japan zurück. So kam es, dass sie eines Tages dem Kaiser eine Tasse Tee servierten und er war so begeistert, dass er Tee Anbau im kaiserlichen Palastgarten anordnete. Der Beginn der Kultivierung von Tee in Japan.

Matcha Tee – die Meditiermedizin

Die buddhistischen Mönche wollten aus Tee Medizin herstellen, damals war es in der ostasiatischen Medizin üblich, Pflanzen zu trocknen und im Anschluss in Steinmühlen fein zu vermahlen. So tat man es auch mit Tee, der Beginn des Getränks das heute eine Renaissance erlebt: Matcha Tee. Man begoss das Pulver mit warmem Wasser und schlug die Mischung mit einem Bambus-Besen auf. Während Matcha Tee im Laufe der Zeit in China in Vergessenheit geriet, ist er bis heute ein wichtiger Bestandteil der Japanischen Kultur und im Besonderen Teil der Teezeremonie.

Japanische Teezeremonie

Anders als bei uns, steht der Teegenuss bei der Teezeremonie nicht im Vordergrund. Sie ist vielmehr Spiegel des japanischen Verständnisses von Gastfreundschaft und Tradition. Jedes noch so kleine Detail dieser Zeremonie ist genau festgelegt, kann jedoch je nach Schule ein wenig variieren, folgendes haben jedoch alle japanischen Teezeremonien gemeinsam.

Die Ankunft

Der zum Tee eingeladene Gast kommt auf einem Gartenpfad (Roji) an und wandert durch ihn hindurch, dies ist Symbol für das Abstreifen des Alltags und zugleich Vorbereitung auf die Zeremonie. Dann findet man sich im Garten des Teehauses ein und nimmt Platz und der Gastgeber begrüßt seine Gäste mit heißem Wasser. Dieses Wasser verwender er später zur Zubereitung des Tees. Dann geht der Gast zurück zum Roji und wartet dort auf einer Bank (Machiai). Nachdem der Gastgeber sich gewaschen hat, dies symbolisiert das Abwaschen allen Übels, finden sich alle nacheinander im Teehaus (Chashitsu) ein. Vor dem Übertreten der Türschwelle gehen alle auf die Knie, ein Symbol für das Ablegen der gesellschaftlichen Unterschiede.

Die Vorbereitung

Zunächst serviert der Gastgeber mehrere Gänge (Kaiseki) mit leichten Essen, wie zum Beispiel Reis, Suppen oder sauer eingelegtes Gemüse, dazu reicht er Sake. Nach fünfmaligem Ertönen eines Gongs, bittet er alle Teilnehmer in den für die Teezeremonie vorgesehenen Teeraum.

Die wichtigsten Utensilien für die Teezeremonie sind hierbei:

  • das Frischwassergefäß (Mizusahi)
  • der eiserne Wasserkessel (Kama)
  • der Teebambuslöffel (Chashaku)
  • der Teebesen (Chasen)
  • die Teedose für leichten Tee (Usu-cha)
  • die Teedose für starken Tee (Koi-cha)
  • die Teeschale (Chawan)

Ist all dies geschehen, so beginnt das eigentliche Teetrinken. Zunächst serviert der Gastgeber den starken Tee. Der Tee ist so dick, dass er mehr gegessen, als getrunken wird. Die Zubereitung des leichten Tees ist sehr komplex und detailliert. Im Wesentlichen bereitet der Gastgeber mit Hilfe der oben genannten Utensilien den Tee vor den Augen der Gäste zu. Wenn die Gäste den Tee entgegennehmen, verbeugen sie sich vor ihrem Gastgeber, jeder bekommt den Tee einzeln, danach reinigt der Gastgeber die Teeschale und sie wird weitergereicht. Während diesem Ritual herscht Schweigen, das erst gebrochen wird indem man im Anschluss über die verwendeten Teesorten und deren Herkunft spricht.

Japanisches Kirschblütenfest

Das Kirschblütenfest (Hanami) ist der Höhepunkt im japanischen Kalender. Es ist ein Frühlingsfest, um sich vom kalten Winter zu verabschieden. Mehr als eine Woche lang feiern die Japaner die Kirschblüte, meist Ende April oder Anfang Mai. Traditionell trifft man sich in Parks mit Freunden, Familie, Kollegen um gemeinsam die vergängliche Schönheit der Natur zu feiern. Japanische Kirschbäume tragen keine Früchte, die man im Anschluss ernten und essen kann, es geht einzig und allein um deren Schönheit, Vergänglichkeit und das Gefühl von Aufbruch. Beim Kirschblütenfest geht es aber auch um gemeinsames Essen, Sake-Trinken und nicht zuletzt um den Genuss und die Zubereitung von Tee.

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Teegeschichte in Japan

Titelbild: © violet-blue / istockphoto.com

 


Quellen

www.planet-wissen.de/Kultur/Asien

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