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Um genau zu sein, ist die Überschrift nicht ganz exakt. Tee-Experten sind noch uneinig, ob Assam nicht sogar das größte zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt ist. Tatsache ist jedenfalls, dass hier ca. 2.400 Teegärten die typisch malzigen oder würzig-aromatischen Second-Flush Tees.

Eigentlich ist es eine Schande, dass diese Tees für Mischungen verwendet werden. Assam ist eine der wenigen Teeregionen, in der Produzenten verstanden haben, lieber etwas weniger zu produzieren und dafür bessere Qualitäten zu erhalten. Seit einigen Jahren haben die jüngeren Nachfolger der „alten“ Teebauern genau dies verinnerlicht und produzieren die erfreulich schön duftenden, rostrot färbenden und weiterhin kräftigsten Tees der Welt.

Assam erstreckt sich entlang des Flusses Brahmaputra auf einer sagenhaften Länge von 600 Kilometern.Hier herrscht genau das Klima, das Tee benötigt: eine sehr hohe Durchschnittstemperatur gepaart mit einer, für Europäer unerträglich hohen, Luftfeuchtigkeit. In den Spitzengärten wie Duflating gibt es außerdem einen natürlichen Schutz gegen die unerwünschte direkte Sonneneinstrahlung: Hier wachsen Teebäume bis zu 20 Meter hoch in den Himmel und beschatten die empfindlichen Teebüsche.

Die Ernte beginnt ab Ende Mai, Anfang Juni und endet im August. Zu dieser Jahreszeit ist mit Tagestemperaturen um die 35° C schon extrem heiß. Ab Juli beherrschen ergiebige Regenfälle das Wetter, die bis in den September hinein andauern. Im Zusammenspiel ergibt dies einen idealen Nährboden für Tee und lässt die Pflanzen sehr schnell wachsen.

Wie bei sehr vielen Tees weltweit sollte jedoch auch das Problem der „Verkehrsfähigkeit“ nicht verschwiegen werden: Die vorherrschenden klimatischen Bedingungen machen es fast unabdingbar, mit Pflanzenschutzmitteln zu arbeiten. Deswegen gibt es auch sehr wenige zertifizierte Bio-Assam-Tees, da sehr spät in der Saison geerntet wird und die Schädlinge lange Zeit haben, die Ernte negativ zu dezimieren. Aus diesem Grund sind die Rückstandskontrollen, die Spuren von Pflanzenschutzmitteln aufspüren, bei Assam-Tees in Europa besonders streng. Assam-Fans in Deutschland, die hochwertige Ware kaufen, können also ziemlich sicher sein, gut kontrollierte und schadstoffarme bis -freie Tees zu kaufen.

Noch ein Tipp:
Je mehr goldene Tips ein Assam-Tee hat, desto runder und aromatischer schmeckt dieser. Durch die bis zu sechs-stündige Fermentation wird nicht nur der gewünschte kräftige und malzige Geschmack erzielt. Die Blattspitzen, also die Tips, werden dadurch auch immer weniger. Da diese aber für den Geschmack des Tees verantwortlich sind, werden sie für die richtig guten Qualitäten aussortiert. Das kann auch der Laie sehen, wenn der Teeverkäufer die Dose öffnet.

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