Viele von uns kennen Hagebuttentee als säuerliches Getränk aus großen Kannen im Schullandheim.
Bereits 1843 schrieb der Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der auch für die deutsche Nationalhymne verantwortlich ist, das bekannte Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde“.
Denkt man in der ersten Strophe noch an einen Fliegenpilz, wird spätestens nach der zweiten Strophe klar: Hier geht es um die Hagebutte, die ein „schwarzes Käppelein“ auf hat.
Aus Hagebutten, die im Sommer wunderschön blühen und im Herbst dunkelrote pralle Früchte hervorbringen, lassen sich viele tolle Sachen machen. Wer erinnert sich nicht auch an selbstgemachtes Juckpulver oder Krapfen mit Hagebuttenfüllung?

Was ist eigentlich eine Hagebutte?

Eigentlich sind Hagebutten keine eigenständigen Pflanzen. Hierbei handelt es sich vielmehr um die Früchte der Rose. Jede Rosenart bildet im Herbst aus den Blütenböden leuchtend rote, gelbe, orangene oder bräunliche Früchte.
Botanisch wird die Hagebutte als Sammelfrucht bezeichnet, da sie viele kleine Nüsse enthält. Diese Nüsse sind mit kleinen, mit Widerhaken bestückten Härchen bedeckt, die bei Hautkontakt Juckreiz hervorrufen.
Dank wertvoller Inhaltsstoffe haben die säuerlich-herben Hagebutten einen hohen gesundheitlichen Wert.

Inhaltsstoffe der Hagebutten

Bereits Hildegard von Bingen und Sebastian Kneipp wussten um die heilende Wirkung der Hagebutten.
Einer der wichtigsten Inhaltsstoffe ist das Vitamin C, das in rauen Mengen in den roten Früchten steckt. Abhängig von der Rosensorte stecken bis zu 5.000 Milligramm des Vitamins in 100 Gramm Früchten. Das stärkt das Immunsystem enorm. Deshalb kann man Hagebuttentee einsetzen, um…

  • gegen Frühjahrsmüdigkeit anzukämpfen,
  • Erkältungskrankheiten vorzubeugen,
  • das Bindegewebe zu stärken,

Zudem enthalten Hagebutten Mineralstoffe (Zink, Kalzium, Natrium, Phosphor, Kupfer, Eisen und Magnesium), die Antioxidantien Lycopin und Flavonoide und weitere Vitamine (Vitamin B1 und B2, Provitamin A sowie Vitamin E).
Die Kerne der Hagebutten sind zudem voller gesunder mehrfach ungesättigter Fettsäuren, (Linolsäure und Alpha-Linolensäure), Kieselsäure, Phospholipiden und Aminosäuren.

Seine leicht diuretische (entwässernde) Eigenschaft macht ihn auch zu einer beliebten Unterstützung bei Menschen, die abnehmen wollen.

Dänische Wissenschaftler entdeckten die schmerz- und entzündungshemmende Wirkung des sekundären Pflanzenstoffs Galaktolipid, was bei Arthrose gegen quälende Gelenkschmerzen eingesetzt wird. Dafür wird aus der Schale und den Kernen der Hagebutte ein standardisiertes Hagebuttenpulver hergestellt.

Hagebuttentee

Hagebuttentee ist kein Tee im herkömmlichen Sinn, da er nicht aus Blättern der Teepflanze Camellia  Sinensis gebrüht wird.
Verwendet man reine Hagebutte zur Teezubereitung, schmeckt der Aufguss sehr säuerlich und ist gerade für Menschen mit empfindlichem Magen und kleinere Kinder weniger geeignet. Deshalb gibt es hervorragende Teemischungen mit Hagebutte wie zum Beispiel unser Tee Sonnige Grüße, der neben Hagebutte auch Rosa Kornblume, Lemongras, Apfel und Krauseminze enthält.
Oft wir der Hagebutte auch ein Anteil an Malvenblüten oder Hibiskus beigemischt. Letzterer ist übrigens für die tiefrote Farbe des fertigen Tees verantwortlich. Hagebutte alleine vermag nur eine leichte rostrote Färbung des Getränks hervorzurufen.

Zubereitung von Hagebuttentee

Für einen Liter Hagebuttentee geben Sie etwa 30g getrocknete Hagebutten in eine Kanne, übergießen Sie die Früchte mit nicht mehr kochendem Wasser und lassen Sie den Aufguss 5 Minuten ziehen. Dann in eine vorgewärmte Kanne abseihen und möglichst heiß genießen.

Hagebuttentee selber machen

Wer ein bisschen Zeit mitbringt, der kann Hagebuttentee auch selbst aus den frischen Früchten machen. Aber Vorsicht: wegen der kleinen, schwarzen, hautreizenden Härchen empfiehlt es sich bei der Zubereitung Einmalhandschuhe zu tragen!

  1. Die Stiele und die schwarzen Blütenblätter von den Früchten entfernen und die Hagebutten gründlich gewaschen.
  2. Früchte mit einem Messer oder in der Küchenmaschine fein hacken.
  3. Auf einer geeigneten Unterlage ausbreiten und trocknen lassen. Zwischendurch – zur Vorbeugung von Schimmel – wenden.
    (Eine Trocknung im Backofen geht zwar schneller, zerstört aber unter Umständen die in den Hagebutten enthaltenen hitzeempfindlichen Vitamine)
  4. Den völlig durchgetrockneten Tee in einem luftdichten Behälter oder einer speziellen Teedose aufbewahren.

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Hagebuttentee