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Oolong Tee ist der Oberbegriff für halbfermentierte (halboxidierte) Tees und eine Spezialität besonders in Taiwan. Geschmack und Aussehen des Tees liegt zwischen grünem und schwarzem Tee. Bei der Produktion stoppen die Teamaker die Fermentation (Oxidation) genau dann, wenn die Blätter nach Orchideen zu duften beginnen. Ein Handwerk, dass nicht viele Teeproduzenten beherrschen und das Fingerspitzengefühl und Erfahrung bedarf. Deswegen werden Oolongs meist in kleinen Familienbetrieben und in mühsamer Handarbeit erzeugt. Aus diesem Grund ist Oolong auch relativ teuer.

Geschichte des Oolongtees

Seinen Ursprung hat der Oolong wie die meisten Teesorten in China. Das riesige Reich war Jahrhunderte lang der größte Teeproduzent weltweit. Das änderte sich erst, als das britische Königreich auch in seinen Kolonien Indien und Ceylon Tee anbauen ließ.

Oolong kann man in etwa mit schwarzer Drache oder schwarze Schlange übersetzen. Die Legende zur Namensgebung hat mit einem erschreckten Teefarmer zu tun: Beim Pflücken der erntereifen Teeblätter entdeckte er eine schwarze Giftschlange, deren Anblick ihm große Furcht einflößte. Derart geschockt warf er alle bereits geernteten Teeblätter weg und ergriff schreiend die Flucht. Als der Farmer sich vom ersten Schreck erholt hatte, ging er zurück in den Teegarten, um seine Arbeit wieder aufzunehmen. Die weggeworfenen Teeblätter, die nicht ordentlich ausgebreitet waren, waren in der Zwischenzeit oxidiert und dunkel verfärbt. Dort, wo sie aufeinander lagen, entstand aufgrund der Sonneneinstrahlung ein feuchtwarmes Milieu. Genau diesen Zustand mussten Teebauern bis dahin vermeiden, denn feuchte, oxidierte Blätter waren bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich eine absolute Katastrophe. Um die Ernte nicht wegwerfen zu müssen, bereitete er sich aus den schwarzen Blätter einen Aufguss zu. Und oh Wunder! Er schmeckte köstlich! Und bekam den Namen Oolong.

Oolongtee: Herstellung

Oolong als ein halbfermentierter (halboxidierter)  Tee vereint alle guten Eigenschaften von Schwarztee und Grüntee: Er besitzt ein frisches Aroma wie es der Grüntee aufweist, hat aber ebenso ein blumiges Bouquet, wie wir es bei manchen Schwarztees schätzen.
Für die Oolong Tees werden besondere Varietäten der Teepflanze Camellia Sinensis eingesetzt. Die Blätter dieser Teepflanzen sind größer als die anderer Sorten. Von dieser Oolong Pflanze existieren etwa zwanzig verschiedene Kulturvarietäten.
Im Gegensatz zum Herstellungsverfahren beim Schwarztee werden die Teeblätter für Oolong Tee nur teiloxidiert. Je nach Oxidationsgrad bekommt der Oolong einen unterschiedlichen Geschmack:

  • Oxidationsgrad zwischen 10 und 45 Prozent: Grüner Oolong (Geschmack ähnelt dem eines Grüntees)
  • Oxidationsgrad bis zu 70 Prozent: Dunkler Oolong (oder auch brauner Oolong genannt, geschmacklich ähnlich einem  Schwarztee)

Die Herstellung des Oolong Tees beginnt dann, wenn die Teeblätter geerntet werden. Der Teebauer lässt sie im Sonnenschein welken und leicht oxidieren. Um den Welkprozess zu beenden, werden die Blätter in schweren Eisenpfannen erhitzt.

Oolong Tee Herkunft

Die unterschiedlichen Oolong Tees unterscheidet man zunächst nach ihren Hauptanbaugebieten China und Taiwan:

Oolong Tee aus China
In China wird der Oolong Tee auch Wulong genannt. Die meisten Oolongs stammen aus der Provinz Fujian, wie zum Beispiel der Oolong China Ben Shan der 1870 das erste Mal hergestellt wurde und sich noch heute einer großen Beliebtheit erfreut.
Oolongtee aus Taiwan
Ende des 17. Jahrhunderts brachten chinesische Emigranten aus Wuyi und Anxi die Teepflanzen und das Verfahren zur Herstellung des Oolong nach Taiwan. Zum Beispiel Dong Ding Oolongs (z.B. Oolong-Tee Formosa Jade Dong Ding), die besonders kurz fermentiert und intensiv duftig sind.

Oolongtee und seine Wirkung

Oolongtee sagt man ähnlich wie Grüntee eine positive Wirkung auf den menschlichen Körper nach. Doch welche Stoffe machen den Oolong Tee so gesund?

Grünem Tee sagt man nach, dass er unterstützende Wirkung beim Abnehmen haben kann. Eine japanische Studie aus dem Jahr 2003  (Titel Oolong Tee – Zunahme des Energie-Metabolismus japanischer Frauen, Universität Tokushima) belegt, dass zumindest bei Frauen der Energieumsatz nach dem Genuss von Oolong Tee um 10 Prozent höher liegt als bei den Vergleichsgruppen, die keinen oder anderen Tee erhielt. Der Grund für diese Wirkung ist die hohe Konzentration an Polyphenolen, die in der Lage sind, Fett zu binden und über den Darm wieder auszuscheiden. Zusätzlich verhindern Polyphenole gefährliche Ablagerungen in den Blutgefäßen und wirken Entzündungen entgegen.
Dies begünstigt eine Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen, die in den westlichen Industriestaaten als Volkskrankheit gelten.

Zusätzlich enthält eine Tasse Oolong Tee auch viele der wichtigen sekundären Pflanzenstoffe wie zum Beispiel Antioxidantien. Diese sind zuständig dafür, dass freie Radikale abgefangen werden, die den Alterungsprozess beschleunigen würden und das Immunsystem belasten. Zusätzlich freut sich der Zahnarzt, den der Genuss von Oolong Tee Plaques reduziert und die Mundhygiene verbessert.

Oolongtee schmeckt richtig zubereitet am besten

Wir sind der Meinung, guten Tee kann man immer genießen und muss ihn nicht nur für besondere Anlässe aufbewahren. Da Oolong Tee aber ein besonders hochwertiger Tee ist, sollte man ihn auch sorgfältig und mit Muße zubereiten. Machen sie es doch zu einer Teezeremonie, wie es die Chinesen seit Jahrhunderten praktizieren.

  1. Wärmen Sie mit kochendem Wasser zwei Teekannen vor. Eine zum Aufgießen, die andere zum Servieren.
  2. Das kochende Wasser auf 80°C abkühlen lassen.
  3. Geben Sie etwa vier Löffel Teeblätter in die Kanne und gießen Sie den Tee mit einem Liter abgekühltem Wasser auf.
  4. Nach wenigen Sekunden gießen Sie das Wasser erneut ab und genießen Sie kurz den Duft der Teeblätter.
  5. Die Ziehzeit ist abhängig von der Teesorte und liegt für den ersten Aufguss zwischen 90 Sekunden und zwei Minuten. Weiter Aufgüsse können bei fast gleichbleibendem Geschmack auch gerne länger dauern.
  6. Am Ende der Ziehzeit gießen Sie den Tee durch ein Teesieb in die vorgewärmte Servierkanne.
  7. Jetzt steht dem Oolong Teegenuss nichts mehr im Wege.

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