Weißer Tee ist eigentlich ein Grüner Tee. Auch er stammt von der Teepflanze Camelia Sinensis. Und doch gilt er als eine edle Besonderheit, da für seine Herstellung ausschließlich jungen Blattknospen gepflückt werden. Seinen Ursprung hat er in im alten China, in Europa hingegen wurde er erst später bekannt.

Weißer Tee und seine Geschichte

Forscher vermuten den Ursprung des Weißen Tees in der Tang-Dynastie (618-907 n.Chr.) Ursprünglich fand Weißer Tee Anwendung als Heilmittel. Er wurde zum Beispiel gegen Maserninfektionen als Medizin eingesetzt. Lange Zeit war es sehr aufwändig, weißen Tee herzustellen, deshalb blieb er dem gemeinen Volk verwehrt und wurde zum kaiserlichen Getränk ernannt. Das verschaffte ihm höchstes Ansehen. In jener Zeit brühte man nicht die Teeblätter auf, sondern musste den Tee zu feinem Pulver mahlen, um ihn haltbar zu machen. Kaiser Shen Nung setze eigens eine Teebehörde ein, die veranlasste, dass der Tee direkt nach der Ernte auf schnellstem Wege in den kaiserlichen Palast transportiert wurde. So konnte man ihm den Tee möglichst frisch servieren.
Nach Europa kam Weißer Tee relativ spät. Dort kennt man ihn seit dem 19. Jahrhundert. In den traditionellen Anbauregionen Fuding und Zhenghe pflückte und verarbeitete man Weißen Tee bereits 200 Jahre früher.

Woher hat Weißer Tee seinen Namen?

Die kleinen Teeblätter der Teepflanze Camellia sinensis sind von einem weißen Flaum bedeckt, der dem Tee seinen Namen verleiht. Nach der Ernte werden die Knospen einzeln an der Luft getrocknet. Das braucht Zeit, deshalb ist weißer Tee einer der edelsten und teuersten.

Weißer Tee ist wie Puh Erh oder Oolong eine ganz besondere Teesorte.  Der Weiße Tee wird mittels eines ganz eigenen und naturbelassenen Herstellungsverfahren produziert. Es existieren vier Hauptsorten des Weißen Tees:

  • Silbernadeltee: Der Silbernadeltee bekommt seinen Namen durch die ganz frischen, ungeöffneten Blattknospen, die noch mit weißem Flaum überzogen sind. Er ist die beliebteste Sorte unter den weißen Tees und ist auch unter den Namen Yin Zhen (Silbernadel) oder Silver Needle bekannt. Bei dieser Teesorte ist das Besondere die Fermentation: Sie wird mittels Enzymen reduziert. Dadurch besitzt Weißer Tee einen höheren Fermentationsgrad als Grüntee und gehört zu den halbfermentierten Tees. Man kann von einem Wert von lediglich 0,5 – 3% ausgehen.
  • Pai Mu Tan: Pai Mu Tan gilt als die zweitwertvollst Sorte Weißen Tees. Er wird gepflückt, wenn die meisten Knospen für den Silbernadeltee geerntet wurde. Nun sind die restlichen Knospen und die ersten zarten Teeblätter ab der Reihe. Er passt hervorragend zu leichten Sommersalaten und Desserts, harmoniert aber auch mit einigen Gerichten Asiens. Orientalische Gerichte mit Hülsenfrüchten wie Humus oder Linsensuppe profitieren von dem milden, etwas blumigen Geschmack.
  • Gong Mei wird später als die beiden anderen Sorten geerntet. Deshalb sind die Teeblätter insgesamt dunkler und der Anteil der Blattknospen im Verhältnis zu den Teeblättern geringer.
  • Shou Mei: Die späteren Ernten von Weißem Tee heißen Shou Mei. Der Tee zeichnet sich durch seine goldigen bis schwarzen Teeblätter aus. Weiße Blattknospen befinden sich nur noch in sehr geringen Mengen unter den Blättern.

Herstellung von Weißem Tee

Alle Sorten des Weißen Tees müssen im Verarbeitungsprozess nahezu die gleichen Schritte von der Ernte bis zum Teegenuss durchlaufen. In der Regel dauer der ganze Verarbeitungsprozess nur einen Tag. In Ausnahmefällen, nämlich dann, wenn das Wetter nicht mitspielt, kann sich der Ablauf auf bis zu drei Tage ausdehnen:

  1. Pflückung der Knospen
  2. Peeling und Vorsortierung der Teeblätter
  3. Welken und Trocknen des Tees
  4. Sortierung der getrockneten Blätter
  5. Verpackung der Teeblätter zum schnellen Verkauf und Verzehr

Wie wirkt Weißer Tee?

In China gilt Tee als das Mittel zur Gesundheitsförderung. Er enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe, die unterstützend auf den Körper einwirken. Weißem Tee sagt man nach, dass seine Inhaltsstoffe regulierend auf den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel einwirken. Außerdem soll er Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen. Die enthaltenden Antioxidantien wirken entzündungshemmend. Zudem haben klinische Studien hervorgebracht, dass Weißer Tee die Ausbreitung von Krebszellen bis zu einem gewissen Grad hemmen können und das gesamte Immunsystem stärken.

Die ausgewogene Mischung von Koffein und Taningehalt sorgt dafür, dass Weißer Tee auch für Menschen mit empfindlichem Magen geeignet ist und auch abends problemlos getrunken werden kann.

Enthält Weißer Tee Koffein?

Ja, Weißer Tee enthält wie Schwarzer Tee und Grüner Tee Koffein. Der Koffeingehalt variiert sehr stark je nach Sorte und Ziehzeit. Außerdem ist er abhängig von der Anbaulage der Teepflanzen. Stehen sie vermehrt im Schatten, enthalten die Blätter wesentlich mehr Koffein als andere Pflanzen.
Wenn Koffein ausschlaggebend für den Teekauf ist, empfiehlt es sich im Teeladen seines Vertrauens zur Lieblingsteesorte beraten zu lassen.

Wie bereite ich Weißen Tee richtig zu?

Weißer Tee verlangt geradezu nach besonders weichem Wasser. Die Aromen des zarten Tees würden unter Verwendung von hartem Wasser völlig unterdrückt werden. Wir empfehlen gefiltertes Wasser, das nach dem Aufkochen auf eine Temperatur von 80°C abgekühlt ist. Auf eine Liter Wasser nehmen wir etwa 4 Messlöffel (oder Teelöffel) Weißen Tee und lassen den Sud rund 4-5 Minuten ziehen.

Spülen Sie die Kann heiß aus, so bleibt der Tee selbst auch länger heiß. Weißer Tee kann bis zu vier mal aufgegossen werden. Für jeden weiteren Aufguss verlängert sich die Ziehtzeit etwas. Geschmacklich kann man bei jedem weiteren Aufguss eine Veränderung um einige Nuancen feststellen.

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